Taucha ordnet Bürgerdienste neu: Neuer Fachbereich startet zum 1. Januar | Taucha kompakt

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Veröffentlicht am 29.07.2026 17:24

Taucha ordnet Bürgerdienste neu: Neuer Fachbereich startet zum 1. Januar

Im Tauchaer Rathaus stehen strukturelle und personelle Veränderungen an. (Foto: Daniel Große)
Im Tauchaer Rathaus stehen strukturelle und personelle Veränderungen an. (Foto: Daniel Große)
Im Tauchaer Rathaus stehen strukturelle und personelle Veränderungen an. (Foto: Daniel Große)

Die Stadtverwaltung Taucha stellt einen ihrer größten Fachbereiche neu auf. Zum 1. Januar 2027 geht der bisherige Fachbereich „Öffentliche Sicherheit und Soziales“ in den neuen Fachbereich „Bürgerdienste“ über. Die Leitung soll ebenfalls zum Jahresbeginn neu besetzt werden. Der bisherige Fachbereichsleiter Jens Rühling tritt zum 30. Juni 2027 in den Ruhestand. Mit den organisatorischen Veränderungen, auch im Hinblick auf die Leitung des Fachbereichs, wird Jens Rühling bereits zum Jahresbeginn von seinen Dienstaufgaben freigestellt.

Die organisatorische Neuausrichtung ist die direkte Folge des inzwischen gerichtlich abgeschlossenen Bußgeldverfahrens gegen den früheren Feuerwehrmann Ray Lange. Der Fall hatte über Monate hinweg für Diskussionen über Verwaltungsabläufe, rechtliche Entscheidungen und den Umgang mit dem Ehrenamt gesorgt.


Dass der Fall negative Folgen hatte, bedauern die Stadtverwaltung und ich persönlich sehr.
Dass der Fall negative Folgen hatte, bedauern die Stadtverwaltung und ich persönlich sehr.

Dass der Fall negative Folgen hatte, bedauern die Stadtverwaltung und ich persönlich sehr.

Bürgermeister Tobias Meier

Bürgermeister bedauert Folgen des Feuerwehrfalls

Meier räumt in einer ausführlichen Stellungnahme im aktuellen Stadtanzeiger ein, dass der Vorgang Verbesserungsbedarf aufgezeigt habe. „Einzelne Fachverfahren und interne Abläufe müssen wir verbessern“, erklärt der Bürgermeister. Ziel sei es, Irritationen zu vermeiden und zu verhindern, dass Vertrauen in die Arbeit der Stadtverwaltung verloren gehe.

„Dass uns diese Verbesserungen nicht früher gelungen sind und der Fall negative Folgen hatte, bedauern die Stadtverwaltung und ich persönlich sehr“, so Meier weiter. Die öffentliche Diskussion über Zuständigkeiten, Strukturen und Abläufe nehme die Stadt nun zum Anlass, die bisherige Organisation neu zu ordnen.

Dabei soll es nicht allein um neue Zuständigkeiten auf dem Papier gehen. Verwaltungsprozesse sollen genauer beschrieben, Aufgaben klarer gebündelt und digitale Arbeitsabläufe weiterentwickelt werden. Für die Bürger sollen die angebotenen Dienstleistungen dadurch nach Aussage des Bürgermeisters „effizienter und bürgerfreundlicher“ werden.

Viele Behördengänge künftig unter einem Dach

Im neuen Fachbereich „Bürgerdienste“ werden zahlreiche Aufgaben gebündelt, mit denen Bürger regelmäßig in Kontakt kommen. Dazu gehören:

  • Einwohnermeldeamt und Bürgerbüro
  • Gewerbeamt und Standesamt
  • Straßenverkehrsbehörde und Bußgeldstelle
  • Gemeindevollzugsdienst
  • Brandschutz, Freiwillige Feuerwehr sowie Zivil- und Katastrophenschutz

Laut Stellenausschreibung wird die künftige Leitung perspektivisch für etwa 15 Mitarbeiter verantwortlich sein. Zu den Aufgaben gehören neben der Personal- und Finanzverantwortung auch die Bearbeitung schwieriger rechtlicher Einzelfälle, die Vertretung des Fachbereichs gegenüber Bürgern und politischen Gremien sowie die Koordinierung des Zivil- und Katastrophenschutzes.

Gesucht werde eine „strategisch denkende und durchsetzungsstarke Führungspersönlichkeit“. Erwartet werden unter anderem mehrjährige Führungserfahrung, fundierte Kenntnisse im Verwaltungsrecht sowie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit. Die Vollzeitstelle werde zunächst für zwei Jahre auf Probe übertragen. Bewerbungsschluss ist nach dem bisherigen Stand der Ausschreibung der 31. August.

Feuerwehr kehrt in neuen Fachbereich zurück

Der Bereich Brandschutz, Freiwillige Feuerwehr sowie Zivil- und Katastrophenschutz war im März 2026 aus dem damaligen Fachbereich herausgelöst und direkt dem Bürgermeister zugeordnet worden. Zum 1. Januar 2027 soll er nun Teil der Bürgerdienste werden.
Dabei soll nach Aussage Meiers weiterhin auf einen direkten Austausch zwischen Bürgermeister, Verwaltung und Stadtwehrleitung geachtet werden. „Entscheidungen sollen schnell und klar getroffen werden. Herausforderungen wollen wir vertrauensvoll gemeinsam bearbeiten“, kündigt er an.

Die Neuordnung soll damit die unmittelbare Kommunikation, die nach dem Feuerwehrfall bereits gestärkt worden war, auch innerhalb der neuen Verwaltungsstruktur absichern.

Vollzugsdienst wird ebenfalls neu organisiert

Auch beim gemeindlichen Vollzugsdienst wurden Aufgaben und Abläufe nach Angaben des Bürgermeisters bereits neu geordnet. Damit werde dessen spätere Eingliederung in die Bürgerdienste vorbereitet und zugleich die Arbeit im Bereich Ordnung und Sicherheit gestärkt.
Die sozialen Aufgaben des bisherigen Fachbereichs werden dagegen auf andere Verwaltungsbereiche verteilt. Die Schulsozialarbeit und der Jugendclub wechseln in den Fachbereich Innere Verwaltung und werden dort dem Bereich Schulen und Kitas zugeordnet. Das Jugendparlament wird künftig im Bürgermeisterbereich angesiedelt und durch die Gremiendienste betreut.

Die vorhandenen Strukturen sollen nach Meiers Worten gezielter genutzt werden, um Beteiligungs- und Bildungsangebote zu verbessern und soziale Aufgaben näher am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Wechsel wird mehrere Monate vorbereitet

Dass die neue Fachbereichsleitung bereits zum 1. Januar 2027 ihre Arbeit aufnehmen soll, obwohl Jens Rühling erst Ende Juni 2027 in den Ruhestand tritt, wurde durch einen Vorgriffsbeschluss des Stadtrates zum Haushalt 2027/28 ermöglicht. So soll die neue Struktur ohne längere Vakanz aufgebaut werden können.

Meier dankt zugleich den Mitarbeitern der Stadtverwaltung für ihre bisherige Arbeit in einem „anspruchsvollen Aufgabenfeld“. Ihr Einsatz habe in den vergangenen Jahren zur Sicherheit und Lebensqualität beigetragen. Der neue Fachbereich und die gesamte Verwaltung sollen nun gemeinsam schrittweise weiterentwickelt werden.

Dabei blickt der Bürgermeister ausdrücklich nach vorn: Taucha stehe wie viele Kommunen vor neuen technischen Möglichkeiten, Veränderungen im Alltag und hohen Erwartungen an eine zuverlässig arbeitende Verwaltung. „Zugleich ist es mir wichtig, dass wir Kritisches frühzeitig erkennen, offen miteinander sprechen und gemeinsam Lösungen finden, sodass das Vertrauen in die Stadtverwaltung weiterwächst“, erklärt Meier.



Daniel Große
Daniel Große
Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.

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