Erneut kam es heute in Dewitz zu einem Zwischenfall mit türkischen Hirtenhunden. Laut Polizei wurden zwei Menschen und auch Hunde verletzt. Ein 14-jähriges Mädchen musste ins Krankenhaus gebracht werden. Ein Welpe ist mittlerweile tot.

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Wie Polizeisprecherin Therese Leverenz
 mitteilt, ereignete sich der Angriff heute gegen 15 Uhr auf der Weltewitzer Straße in Taucha-Dewitz. Ein türkischer Hirtenhund der Rasse Kangal griff offenbar eine Gruppe Spaziergänger an. Dabei wurden ein 14-Jähriges Mädchen und ein Mann verletzt. Der genaue Ablauf ist noch nicht bekannt, die Ermittlungen liefen noch, teilt die Sprecherin mit. Die 14-jährige wurde offenbar so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus musste. Zur Art und Schwere der Verletzungen gibt es aber noch keine Aussage. Auch weitere Hunde seien involviert gewesen und wurden offenbar verletzt, auch hier ist der genaue Ablauf noch nicht bekannt.

Laut Polizei ist das Ordnungsamt Taucha vor Ort, auch das Veterinäramt wurde informiert. Die Polizei habe ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Es ist nicht das erste Mal, dass von einem Grundstück in der Straße Neubauerndorf-Ost Gefahr durch freilaufende Hunde ausgeht. Im Februar vergangenen Jahres wurde hier ein Dackel totgebissen. Die Hunde und dessen Halter sind immer wieder Gegenstand von Ermittlungen durch Polizei und Auflagen seitens des Ordnungsamtes und Veterinäramtes. Erst in der Stadtratssitzung im Februar gab es hierzu Stellungnahmen von Jens Rühling, Leiter des Tauchaer Ordnungsamtes. Grund waren Anfragen von 16 Bürgern aus der Nachbarschaft des Halters, die darauf drängten, härtere Auflagen gegen den Halter zu erlassen. Rühling teilte mit, dass hierzu noch ein Verfahren laufe. Erstmals auffällig seien der oder die Halter am 6.1.2018 geworden, als ein Hund verletzt und einer getötet wurde. Damals wurden ein Maulkorbzwang und ein Wesenstest beantragt, hieß es. Im April 2019 sei das Landratsamt vor Ort gewesen. Nach dem Tod des Dackels 2020 wurde ein Zwangsgeld festgesetzt und ein erhöhtes Zwangsgeld angedroht worden. Im Februar 2021 habe es wegen weiterer Vorfälle drei Anzeigen gegeben und das erhöhte Zwangsgeld sei durchgesetzt worden, so Rühling. Das Grundstück sei nochmals durch einen Bauzaun und Paletten gesichert worden. Offenbar reichte diese Art der Sicherung nicht aus…

Nach Informationen von Taucha kompakt würden die Hunde der Besitzer heute noch von Amts wegen abgeholt.

Update 17.38 Uhr:
Wie Jens Rühling vom Tauchaer Ordnungsamt bestätigte, wurden die drei Kangals soeben von der Polizei abgeholt. „Sie bleiben so lange in einem Tierheim, bis der Wesenstest erfolgt ist. Sie dürfen erst wieder auf das Grundstück der Besitzer, wenn wir die Freigabe dazu erteilen“, so Rühling.

Update 19.35 Uhr:
Wie Frank Apitz, Fraktionsvorsitzender der CDU in Tauchaer Stadtrat mitteilt, handelte es sich um insgesamt drei Angriffe aller drei Kangals von dem Grundstück. Offenbar haben sich alle drei Hirtenhunde vom Grundstück entfernt und Spaziergänger mit Hunden auf dem Feld an der Weltewitzer Straße angefallen. Drei andere Hunde seien teils schwer verletzt worden: ein Welpe, ein Weimaraner und ein Golden Retriever. Apitz habe die Halterin eines Hundes in die Tierklinik gefahren, sagt er.

Update, 20.40 Uhr:
Bei Taucha kompakt meldete sich ein Ehepaar, dessen Welpe von den drei Kangals gejagt und gebissen wurde. In einer emotionalen Sprachnachricht schilderten Jeannine und Heiko N., wie sie den Angriff erlebten, der schließlich zum Tod des jungen Hundes führte. „Wir waren mit Laika, unserer gerade mal 14 Wochen alten Mischlings-Hündin, und einer 14-jährigen Bekannten aus der Nachbarschaft und ihrem Labrador auf der Hunderunde. Auf dem Heimweg am Wachberg kamen von hinten wie aus dem Nichts drei große Hirtenhunde. Die haben uns völlig überrascht. Unsere Hunde sind dann vor Schreck weggerannt“, schildert Heiko N. den Vorfall.

Die drei Hirtenhunde hätten dann den drei Monate alten Labrador-Schäferhund-Border-Colli-Mix der Familie N. gejagt und aufs Feld gezogen. „Die haben sie gebissen, sie hat um ihr Leben gekämpft und gebellt. Ich habe mich dann versucht, über sie zu legen, um sie zu schützen, aber die Kangals waren dermaßen aggressiv. Drei Hunde von allen Seiten! Irgendwie habe ich sie dann doch freigekämpft und in meine Jacke gepackt“, berichtet der Tauchaer weiter, der von den Kangals auch verletzt wurde.

Anschließend seien die Hirtenhunde zu der 14-Jährigen gerannt und hätten den Labrador maltritiert. Dabei bekam auch die 14-jährige Bisse ab. „Ich habe dann eine Eisenstange aus dem Feld gezogen und hab versucht, die Hunde in Schach zu halten. Meine Frau hat Hilfe gerufen und ist mit Laika in die Wachbergsiedlung gerannt. Die Hirtenhunde haben uns bis zur Wachbergsiedlung verfolgt und regelrecht professionell zusammen gejagt. Immer darauf bedacht, dass wir einen Fehler machen und sie uns wieder beißen können. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, schildert Heiko N. weiter.

Erst in der Wachbergsiedlung ließen die Hunde ab und rannten zurück aufs Feld. Der Notarzt, die Polizei und auch ein Tierarzt wurden gerufen, kurze Zeit später fuhr das Ehepaar mit Laika in die Tierklinik Panitzsch. „Nachdem sie Beruhigungs- und Schmerzmittel bekam, kam die Ärztin, die eine Röntgenaufnahme gemacht hat. Ich habe das Foto gesehen“, sagt der Hundebesitzer und schluckt. „Die Wirbelsäule war komplett durch, das Rückenmark durch. Sie hätte nie wieder laufen können, hätte immer qualvolle Schmerzen gehabt. Wir haben uns dann schweren Herzens entschlossen, sie einschlafen zu lassen“, sagt Heiko N., der immer wieder um Worte ringt. Am frühen Abend hat er Laika im Garten begraben.

Wie es der 14-jährigen, die ins Krankenhaus gebracht werden musste, und ihrem Hund geht, wisse Heiko N. nicht. Er selbst sei vor allem froh, dass er und seine Frau die gemeinsame neunjährige Tochter etwa zehn Minuten vor der Kangal-Attacke nach Hause geschickt haben, weil ihr kalt war. „Ich weiß nicht, was die Hunde mit unserer Tochter gemacht hätten“, sagt er mit zittriger Stimme.

Wie oben von Frank Apitz beschrieben geschah danach eine weitere Attacke, bei der ein dritter Hund verletzt wurde. Hierbei handelte es sich um einen acht Jahre alten Weimaraner. Auch dessen Besitzer war mit dem Hund in der Tierklinik Panitzsch. Er liege noch mit schweren Verletzungen am Brustkorb in der Klinik, teilt der Schwiegersohn des Besitzers gegenüber Taucha kompakt mit. Der Hund werde morgen operiert.

Update, 8. März:
Der Besitzer der Kangals hat sich geäußert. Ihn treffe keine Schuld, sagt er.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 7. März 2021 um 17:33 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 17. März 2021 um 12:46 Uhr.

15 Kommentare

  1. Ich frage mich einfach, warum muss man warten bis etwas schlimmes passiert, um ein zu schreiten. Vom Hunde-Besitzer die Wasserbüffel waren mindestens 4 x in meinem Garten – der ist weiter weg als die viel befahrene B87.
    Obendrein gehört dem Hundebesitzer die Dewitzer Kiesgrube. Die ist natürlich bestens abgesichert vor Spaziergängern und Anglern. Bei sowas verstehe ich die Welt nicht mehr..

  2. Wann wird endlich ein für ALLE Hundehalter verbindlicher Sachkundenachweis PFLICHT??? Unfassbar wie viele Hunde sollen noch dran glauben? Wie viele Menschen müssen noch traumatisierte werden? Ich bin wirklich fassungslos!

  3. Unfassbar, dass aufgrund des zögerlichen Handelns durch das Ordnungsamt Taucha, nun ein Kind ernsthaft durch diese Hunde verletzt wurde und weitere Hunde starben oder mit dem Tod ringen. Ich kann meine Wut kaum zügeln, um hier nicht ausfallend zu werden. Das der Ordnungsamtschef von Taucha anscheinend eine andere Sichtweise zu Wesen von Hunden und deren Haltung hat, zeigt das elektronische Halsband bei seinem Hund…

  4. Leider sitzen in einigen Behörden nicht immer die fachlich kompetentesten Entscheidungsträger. Diese Katastrophe hätte verhindert werden müssen!!!
    Vielleicht sieht der entsprechende Richter nun endlich einmal die charakterliche Nichteignung des Kangal-Halters und läßt dies in einem Urteil mit dem notwendigen Strafmaß und erforderlichen Auflagen wirken.
    Mein Beileid und Mitgefühl allen Verletzen Personen und Tieren. 😔

  5. Genau das passiert wen diese eigentlich wunderbaren Hunde in die Falschen Hände gelangen. Ich bitte nur darum die Hunde von KUNDIGEN (UND DAZU ZÄHLE ICH NICHT DIE IDIOTEN VOM AMT Ö.Ä) begutachten zu lassen.
    Bitte verteufelt nicht sofort alle Kangals in Händen die Ahnung haben sind es wundervolle Tiere.
    Mein Mitgefühl und gute Besserung allen Beteiligten.

    • Ich frage mich ernsthaft, was machen die verantwortlichen Behörden in Taucha? Dies scheint ja schon länger ein Problem darzustellen. Auch die attakierten Tiere leiden und der Verlust bzw. das Erlebte ist ein einschneidendes Ereignis in deren und dem Leben der Hundebesitzer. Musste es denn soweit kommen? Warum wurde hier nicht eher und härter durchgegriffen? Ich bin wirklich ein Tierfreund, aber da hört mein Verständnis auf. Die drei Kangals gehören eingeschläfert und der Besitzer darf keine derartigen Tiere mehr halten. Offenbar ist er nicht in der Lage mit dieser Rasse umzugehen.

  6. Kangals sind zum einen keine Hirten- sondern Herdenschutzhunde….ursprünglich und zum bewachen gezüchtet. Ein mit Bauzaun und Paletten gesichertes Grundstück ist mit Sicherheit keine geeignete Sicherung! Die Hunde sind wahnsinnig timme Tiere, wenn man sie entsprechend beschäftigt, erzieht und sich der Verantwortung bewusst ist. Somit geraten leider wieder die Tiere in ein schlechtes Licht, obwohl hier einzig und allein der Halter seiner Pflicht nicht nachgekommen ist…schade für diese eigentlich wirklich tollen Hunde!

  7. Also, aus der guten Aufarbeitung der Geschehnisse vom letzten Sonntag (gestern) und der letzten Jahre hier auf Taucha-Kompakt werden doch mindestens zwei Dinge deutlich: Erstens, dem Possenspiel zwischen Verwaltung und Kangal-Besitzer*in(en) muss Einhalt geboten werden. Zweitens: Ich bitte zur Unterstützung ALLE von vorherigen Beißattaken betroffenen Hundebesitzer noch nachträglich Strafanzeige zu stellen. Laut obenstehenden Ausführungen haben das nicht alle gemacht – aus Angst alleine zu sein?! Rechtsberatung ist mir nicht gestattet, aber Bitten darf ich schon….
    Google sagt:
    Wann verjährt eine Sachbeschädigung? Die Straftat “Sachbeschädigung” verjährt in Deutschland nach fünf Jahren. Ist dieser Zeitraum abgelaufen, kann die Tat nicht mehr bestraft werden.
    Mit versammelter Kraft müssen wir dem Treiben Einhalt gebieten !

  8. Das monatliche Gehalt des Ordnungsamtleiters ist hinausgeworfenes Geld. Kangals stellen allein durch ihre Größe eine potenzielle Gefahr dar und gehören ausschließlich in Hände von anständigen, pflichtbewussten und erfahrenen Hundehaltern. Wenn man liest, der Besitzer sehe bei sich keine Schuld ist alles gesagt. In seine Hände gehört nicht mal ein Pudel. Rony Klein Frankenthal Pfalz

  9. Mein Beileid für die Betroffenen. Ich hoffe das die Behörden endlich durchgreifen und dieser Mann zur Rechenschaft gezogen wird. Das ist unfassbar was da passiert ist!

  10. Hallo
    Ihr empörten Bürger von Taucha warum fordert ihr nicht mal das es auch Konsequenzen für die nicht handelten Behörden hat.
    Wenn man liest wieviel Vorfälle es schon seit längerer Zeit um und mit dem Besitzer der Hunde gibt liegt für meine Auffassung die Hauptschuld bei den zuständigen Behörden.
    Ohne deren Versäumnisse wäre es niemals zu dieser Tragödie gekommen.
    Unterlassenes handeln bedeutet das jemand seine Ihm gestellten Aufgaben nicht korrekt erfüllt hat. Dies alles sollte man nicht aus dem Auge verlieren und nicht nur für den Besitzer der Hunde, sondern auch für die nicht Handelten Folgen haben, aber Mitarbeiter von Behörden haben ja nach verlassen des Büros keine Verantwortung mehr .
    Ich hoffe das alle Geschädigten zu ihren Recht kommen und wünsche eine schnelle Besserung für die Zwei und Vierbeiner

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