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In Taucha wurde am Freitag ein Rauhaardackel von zwei anatolischen Hirtehunden attackiert. Der Dackel starb daraufhin. Die Besitzerin des Dackels warnt nun jeden davor, sich dem Grundstück des Besitzers der Hirtenhunde im Neubauerndorf Ost zu nähern.

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„Zwei Hunde verletzten den Dackel so schwer, dass dieser im Anschluss vom Tierarzt eingeschläfert werden musste. Die Halterin des Dackels wurde durch einen Hundebiss an der Hand verletzt. Gegen den Halter der zwei angreifenden Hunde wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gemäß §229 StGB ermittelt.“ Was sich in der Polizeimeldung recht nüchtern liest, muss für eine 60-jährige Tauchaerin einem Alptraum geglichen haben. Vergangenen Freitag ging sie gegen 12.30 Uhr mit Dackeldame Lotti spazieren. Der 5-Jährige Rauhaardackel gehört ihrer Schwester Heike Nowack. Die meiste Zeit verbringt Lotti aber beim Vater der Damen. Dieser ist 80 Jahre alt und freut sich über die Gesellschaft des Vierbeiners. Seine Töchter führen den Hund für ihren Vater Gassi.

„Als meine Schwester mit Lotti am Freitag durch den Ortsteil Neubauerndorf Ost spazierte, bemerkte sie, wie von einem Grundstück zwei große Hunde auf sie zugelaufen kommen. Trotz dass sie auf der anderen Straßenseite mit Lotti an der Leine lief, fühlten sich die Hunde wohl provoziert, rannten auf Lotti zu und bissen sie mehrfach. Weil meine Schwester unseren Hund beschützen wollte, wurde sie selbst noch von einem der großen Hunde gebissen“, schildert Heike Nowack den Vorfall. Am Montag erstattete sie Anzeige.

Das Grundstück in Neubauerndorf Ost ist vielen Tauchaern bekannt. Es gehört Holger Weichhan, der in Taucha auch eine Wasserbüffelfarm betreibt. Auf dem Grundstück leben unter anderem die Hirtenhunde. Kangal heißt die Rasse. Die türkischen Hirtenhunde werden gezüchtet, um Herden vor Bären und Wölfen zu beschützen. Die Hunde gelten als Einzelgänger ohne eine besondere Bindung an den Menschen. Unterordnung ist nicht ihr Ding. Sein Grundstück versteht ein Kangal als seinen Besitz, den er verteidigt.

Anfang des vergangenen Jahres wurde einem Kangal von Holger Weichhan dieser Verteidigungstrieb zum Verhängnis. Gemeinsam mit einem damals achtmonatigen Welpen sprang das ausgewachsene Tier über den Zaun, um einen anderen Hund zu attackieren. Dessen Halter – ein Nachbar aus dem Dorf – verteidigte sich nach Weichhans Aussagen mit einem Messer. Der erwachsene Hund starb daraufhin, auch der Welpe wurde verletzt. Der Nachbar bestreitet, den Hund getötet zu haben, es stand Aussage gegen Aussage. Zu einem Gerichtsverfahren kam es nie, Weichhan blieb auf den Tierarztkosten sitzen. Der Welpe sei seitdem verstört und negativ geprägt. „Eigentlich habe ich zwei Hunde eingebüßt“, sagte Holger Weichhan damals. Als Konsequenz aus dem Vorfall erweiterte er seine Zaun- und Toranlage, damit die Hunde nicht erneut darüber springen können.


Am vergangenen Freitag sorgte laut Weichhans Schilderungen ein unachtsamer Mitarbeiter für die Tragödie, bei der Dackeldame Lotti ihr Leben einbüßte. „Er öffnete das Tor, obwohl die Hunde nicht angeleint waren“, sagt er. Nach der Beiß-Attacke sperrte er die Hunde weg, fuhr die Gassigängerin mit dem schwer verletzten Dackel zum Tierarzt und in die Tierklinik Panitzsch. „Das ist ja das Mindeste, was ich tun konnte. Mir tut das natürlich schrecklich leid“, sagt er. Alle nun anfallenden Kosten wolle Weichhan übernehmen, auch wenn die Hirtenhunde laut eigener Aussage gar nicht ihm gehören. Wer der Besitzer ist, wollte er gegenüber Taucha kompakt nicht sagen.

Sein Grundstück wolle Holger Weichhan nun noch besser sichern. Es sei ein Schloss angebracht worden, das nur geöffnet werde, wenn die Hunde angeleint oder weggesperrt sind. Er habe das allen Personen mitgeteilt, die sich regelmäßig auf dem Grundstück aufhalten.

Heike Nowack, die Besitzerin der getöteten Dackeldame Lotti, warnt nun alle Tauchaer: „Am Besten ist, man hält sich von dem Grundstück fern. Wie man sieht, ist man auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite nicht sicher. Man sollte da hinten wohl gar nicht spazieren gehen“, sagt sie. Das dürfte auch Holger Weichhan recht sein. Denn nach seiner Schilderung gebe es immer wieder Menschen, die mit ihren Hunden „extra langsam“ am Grundstück vorbei gehen und die Kangals damit provozieren würden. Diese Konfrontation ärgere ihn sehr.

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Veröffentlicht am 18. Februar 2020 um 13:03 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 18. Februar 2020 um 13:03 Uhr.

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