Die Unabhängigen Wähler – seit vergangenem Jahr mit zwei Mitgliedern im Tauchaer Stadtrat vertreten – wollen die Beschädigungen und Diebstähle von Fahrrädern sowie die Sachbeschädigung an zwei Schwerpunkten nicht mehr hinnehmen. Sie haben darum die Einrichtung von Videoüberwachungen beantragt.

Eine der beiden Schwerpunkte ist das Tauchaer Bahnhof und dessen Umfeld. Immer wieder käme es vor, dass abgestellte Fahrräder beschädigt, komplett gestohlen oder einzelne Teile entwendet würden. „Trotz lokaler Bestreifung durch Polizei und Ordnungsdienst sowie Bürgerpolizei hat sich dieser Umstand nicht gebessert, sondern weiter verschlechtert“, sagt Stadtrat Jens Barthelmes und bezieht sich auf die Vorstellung der Polizeistatistik des Polizeireviers Nord. Dessen Revierleiter hatte zur 4. Stadtratssitzung aktuelle Zahlen vorgelegt.

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Insbesondere Berufspendler, Kinder und Jugendliche müssten ständig das Risiko hinnehmen, ihre oft teuren Fahrräder beschädigt oder gar nicht mehr vorzufinden. „Um den Schaden gering zu halten nutzen einige Fahrradfahrer nur noch alte und oft nicht verkehrstaugliche Drahtesel, was eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellt“, so Stadtrat André Hensel.

Das Thema ist bereits in der Stadtverwaltung angekommen. Im Haushalt 2020 wurden vorsorglich 40.000 Euro für die Schaffung einer Videoüberwachung im Bahnhofsvorfeld eingestellt. „Wie die genaue Ausgestaltung aussehen kann und ob sie überhaupt kommt, muss in den Ausschüssen und letztlich dann von allen Stadträten beschlossen werden“, sagt Bürgermeister Tobias Meier, der kontroverse Diskussionen nicht ausschließt. Immerhin ist das Thema Videoüberwachung ein heikles. Sowohl aus Gründen des Datenschutzes als auch was die Wirksamkeit von Videoaufzeichnungen zur Kriminalitätsvermeidung angeht.

Die Unabhängigen Wähler Taucha glauben an die präventive Wirkung. „Das ist schon ganz oft so gewesen, dass die Kriminalität dort sinkt, wo überwacht wird“, sagt Jens Barthelmes. Das hätten Gespräche mit der Polizei gezeigt. Darum soll auch ein zweiter Schwerpunkt überwacht werden: Der Bereich der Straßenbahn-Endstelle. In dem kleinen Park käme es öfter ebenfalls zur Sachbeschädigung und zum Diebstahl von Fahrrädern. „Das liegt wohl vor allem auch daran, dass es hier stockdunkel ist. Wir plädieren darum auch für die Überprüfung des Beleuchtungskonzeptes beziehungsweise überhaupt erst mal der Schaffung einer Beleuchtung“, so André Hensel. Steht die Beleuchtung, sollte auch hier eine Videoüberwachung installiert werden. Zudem würden die beiden großen Fahrradunterstände in Richtung Wendeschleife kaum genutzt. „Hier kann sicher einer der Unterstände demontiert werden und der Park insgesamt etwas gefälliger gestaltet werden“, sagen die beiden Stadträte.

Wenig ansprechend und kaum genutzt: Detail eines der Fahrradunterstände an der Endstelle.

Der Antrag wurde von den Unabhängigen Wählern nach der Stadtratssitzung am 16. Januar an Bürgermeister Tobias Meier übergeben. Mündlich schloss sich Stadtrat Klaus Hofmann von der AfD diesem Antrag an.

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Veröffentlicht am 23. Januar 2020 um 13:10 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 23. Januar 2020 um 13:10 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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1 Kommentar

  1. Bin ja mal gespannt, ob das Linke Politiker wieder zu verhindern wissen. Ansonsten wäre es überhaupt mal Zeit, in Taucha in Bezug auf Beleuchtung , Kriminalität, Verunreinigung und unpassierbare Gehwege etwas zu unternehmen. Da frage ich mich schon lange, was mit den großen Beträgen an Gewerbe- und Grundstückssteuern überhaupt passiert, Herr Meyer!!

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