Tauchas Verwaltung wird künftig nur noch Fairtrade-Produkte bei Sitzungen und Zusammenkünften anbieten.
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Der Stadtrat Taucha beschloss gestern eine Teilnahme der Stadt an der Kampagne “Fairtrade Town”. Dem Beschluss war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vorausgegangen.

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Fairer Handel ist seit vielen Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Fairer Handel ermöglicht vor allem eine gerechte Entlohnung von Arbeitern in Erzeugerländern, sichert die dortigen Arbeitsplätze, verhindert Kinderarbeit und bietet Familien die Chance auf ein würdiges, selbstbestimmtes Leben. Vor allem im Bereich des Kaffee- und Kakaoanbaus ist die Idee des fairen Handels seit vielen Jahres verbreitet. Aber auch Produkte wie Bananen, Honig, Blumen, Zucker, Wein, Reis, Kosmetikartikel und Bekleidung aus Baumwolle gibt es mittlerweile in Fairtrade-Varianten. Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gibt es in Deutschland inzwischen über 7800 fair gehandelte Produkte. Weltweit profitieren 2,6 Millionen Kleinbauernfamilien und Beschäftigte in 75 Ländern vom Prinzip des Fairen Handels. Der Fairtrade Deutschland e.V. hat mit Saarbrücken im Jahr 2009 die erste Fairtrade Town Deutschlands ausgezeichnet. Inzwischen gibt es bundesweit 865 Städte mit diesem Titel und sogar ganze Landkreise, die sich der Unterstützung des Fairen Handels verpflichtet haben.

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“Fairtrade ist längst angekommen in der Bürgerschaft und im Handel, auch in Taucha. Supermärkte und Discounter bieten entsprechende Produkte an. Mit dem Gasthof Döbitz und der 3. Halbzeit haben wir zwei gastronomische Einrichtungen, die den fairen Handel unterstützen oder dies vorhaben. In den Schulen wird ohnehin über Nachhaltigkeit und Fairen Handel sowie über die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN informiert. Die meisten Bedingungen sind also bereits erfüllt. Jetzt fehlt nur noch das, was in der Verwaltung passiert”, so Fridtjof Erbs, Stadtrat der Bündnisgrünen. Nur um den Titel gehe es dabei niemandem, sagte er weiter. Vielmehr solle erreicht werden, dass das Thema Fairer Handel weiter in der Gesellschaft ankomme. Und letztlich könne Taucha auch mit diesem Titel werben und ihn wunderbar mit dem Slogan “Natürlich Taucha” verbinden.

Kosten kämen auf die Stadtverwaltung kaum zu: “Es gibt keine Anmeldegebühr, keine Gebühr für ein Zertifikat, keine laufenden Kosten”, so Erbs. Möglich seien aber jährliche Mehrkosten von 500 Euro für die Beschaffung von Fairtrade-Kaffee oder -Tee sowie Gebäck, Schokolade und regional bezogenes Mineralwasser aus fairem und lokalem Handel. Diese Kosten werden aus dem Budget des Bürgermeisterbereichs beglichen und sind im Haushalt eingestellt. Zudem wird ein Budget von zunächst jährlich 1000 Euro eingestellt, das eine finanzielle Unterstützung von Aktionen, Kampagnen und Projekten sicherstellen soll.

Fünf Kriterien müssen erfüllt sein

Um den Titel Fair Trade Town zu bekommen, müssen fünf Kriterien erfüllt werden:

  1. Es gibt einen Stadtratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels
  2. Es wird eine Steuerungsgruppe gebildet, die Aktivitäten auf dem Weg zur Fair Trade Town koordiniert. Ihre Mitwirkung haben Susanne Pahl von der Klima-Initiative, Jana Glöckner, Inhaberin der Apotheke am Markt und Bürgermeister Tobias Meier zugesagt.
  3. In lokalen Geschäften (auch bei Floristen) werden Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants verkauft und ausgeschenkt. Der Bioladen Taucha, die Bio Back Welt, das Bringsel, Connys Blumeneck sowie die beiden genannten gastronomischen Einrichtungen sind als erste Akteure dabei.
  4. öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen informieren stetig zu fairem Handel
  5. örtliche Medien berichten auf dem Weg zum Fairen Handel

Von den gestern 19 anwesenden Stadträten stimmten 15 mit ja und vier mit nein. Unter anderem auch AfD-Stadtrat Klaus Hofmann, der sich zuvor offenbar in völliger Unkenntnis der Thematik äußerte, das Ganze wäre “Augenwischerei”. Er persönlich kaufe oft “solche Produkte, auch Bio” und trenne schon lange seinen Müll. Er müsse darum hier nichts dergleichen beschließen.

Viele sächsische Städte haben sich zur Fairtrade-Initiative bekannt. Seit 16. September 2015 ist beispielsweise Markkleeberg Fairtrade-Town. Wie dies in der Verwaltung und Zivilgesellschaft gelebt wird, ist in diesem Video dargelegt.

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Veröffentlicht am 26. Januar 2024 um 11:27 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 26. Januar 2024 um 11:31 Uhr.

2 Kommentare

  1. Es ist schon bemerkenswert, dass hier besonders die eine Gegenstimme des ökölogisch handelnden Klaus Hoffmann hervorgehoben wird, während die anderen Gegenstimmen anonym bleiben. Für mich ist so ein Label auch nur Etikettenschwindel und Greenwashing, genau wie das Label “ökologische Modellstadt Sachsens”. Für meine letztes Jahr installierte Photovoltaik-Anlage gab es weder von Bund, Land noch Kommune einen Cent Fördermittel. Und ob lokale Einzelhändler nun Fair Trade anbieten oder nicht und wie das angenommen wird, liegt auf jeden Fall nicht in der Hand der Stadtverwaltung, die sich hier nur mit fremden Federn schmücken und von eigenem Unvermögen ablenken möchte.

    • Die anderen Stadträte, die nicht dafür stimmten, haben kein Statement abgegeben dazu, insofern kann hier auch keins stehen. Die Unabhängigen Wähler haben auf Facebook unter dem entsprechenden Beitrag kommentiert, dass sie keinen Mehrwert sehen. Es ging hier auch weniger darum zu zeigen, wer dagegen gestimmt hat, es muss ja nicht immer alles im Konsens laufen. Letztlich war die Wortmeldung aber so abstrus und zeigte, dass man sich mit dem Thema Fairer Handel offenbar nie beschäftigt hat. Wie sonst käme der Hinweis darauf, dass man Müll trenne und Bio kaufe? Beides hat mit Fairer Handel halt nix zu tun. Hätte ich auch so geschrieben, wenn das jemand einer anderen Partei gebracht hätte. Und was die Stadt angeht: Es ist ein Antrag der Grünen im Stadtrat, die Stadt setzt nun um.

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