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„Unser Tauchscher“: Eine Verbeugung vor dem Ehrenamt und der Stadt Taucha | Taucha kompakt

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Veröffentlicht am 13.05.2024 17:37

„Unser Tauchscher“: Eine Verbeugung vor dem Ehrenamt und der Stadt Taucha

Der neue Film aus, über und mit Taucha ist da. Filmemacher Jonas Juckeland legt erneut ein Werk vor, das keine andere Stadt in Deutschland vorweisen kann.

Jonas Juckeland bei der Premiere seines neuen Filmes. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland bei der Premiere seines neuen Filmes. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland bei der Premiere seines neuen Filmes. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland bei der Premiere seines neuen Filmes. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland bei der Premiere seines neuen Filmes. (Foto: David Sievers)

Mit gleich drei Aufführungen hat am Sonntag die neue Dokumentation „Unser Tauchscher“ von Jonas Juckeland Premiere gefeiert. Der etwas mehr als 100 Minuten lange Film ist eine Hommage an seine Heimatstadt Taucha und eine regelrechte Verbeugung vor dem Ehrenamt.

Alle Protagonisten wurden im Film deutlich mit einem Herz hervorgehoben, wie hier Elektriker Lutz Ritter. (Foto: Jonas Juckeland)
Alle Protagonisten wurden im Film deutlich mit einem Herz hervorgehoben, wie hier Elektriker Lutz Ritter. (Foto: Jonas Juckeland)
Alle Protagonisten wurden im Film deutlich mit einem Herz hervorgehoben, wie hier Elektriker Lutz Ritter. (Foto: Jonas Juckeland)
Alle Protagonisten wurden im Film deutlich mit einem Herz hervorgehoben, wie hier Elektriker Lutz Ritter. (Foto: Jonas Juckeland)
Alle Protagonisten wurden im Film deutlich mit einem Herz hervorgehoben, wie hier Elektriker Lutz Ritter. (Foto: Jonas Juckeland)

Jonas Juckeland liebt die Inszenierung und den großen Auftritt. So wie jeder kreative Kopf in der Filmszene. Vor der Premiere gab es einen Countdown, begleitet von kraftvoller Musik. Nach dessen Ablauf kam Jonas nach vorn zum Publikum gelaufen, wie in einer Samstag-Abend-Show. Und man merkte förmlich, dass die Last von ihm abfiel. Seit Monaten hat er den Film geschnitten, immer mit dem seit ebenfalls Monaten bekannten Termin für die Premiere im Rücken. Rund drei Terabyte Daten. „Nebenbei“ hat er noch das Plakatmotiv entworfen, das zahlreich in der Stadt an Litfasssäulen und Laternen hängt. Der in Taucha aufgewachsene Filmemacher ist Ideengeber, Redakteur, Regisseur, verantwortlich für den Schnitt und die grafische Ausgestaltung des Films über Tauchas Stadtfest, den Tauchschen. Dass man das Wort deklinieren muss, habe er erst kurz vor der Vertonung erfahren – Nachts halb 2 per Whatsapp-Nachricht von Norman Bachmann aus dem Rathaus. 60 Seiten Text für die Sprecherin Dana Hilpert mussten daraufhin kontrolliert und angepasst werden, erzählte er vor der Premiere.

Der Nachmittag und Abend gehörten aber vor allem den Personen, die im Film zu sehen sind. Elektriker Lutz Ritter etwa, der sich fragt, ob seine Materialien jedes Jahr schwerer werden oder ob er immer schwächer wird. Schausteller Nick Liebold, dem das Herz aufgeht, wenn er glückliche Kinder auf seinem Karussell beobachtet. Bürgermeister Tobias Meier, der zur Finanzierung des Stadtfestes erzählt. Vor allem aber zeigt der Film eindrucksvoll, wie viel ehrenamtliches Engagement im Tauchschen steckt. Mehr als 60 Helfer an der Strecke hat allein der Tauchsche Stadtlauf, der vom Vater-Sohn-Gespann Uwe und Max Kleine vom LC Taucha organisiert wird. Der Heimatverein wird meist durch Margitta Pache symbolisiert, die mit viel Witz und manch geübtem Blick an die Vorbereitungen geht. Sei es beim Aufbau des Vereinsbüdchens an der Flaniermeile oder beim Pflaumenkernweitspucken. Da rutscht Ihr schon mal raus, die Tauchaer hätten alle einen an der Pflaume… Auch den Festumzug organisiert der Heimatverein. Auf dessen Wagen: Frau Parthe, zum zweiten Mal symbolisiert durch die Tauchaerin Anita Müller. Geschminkt wurde sie von Silvia Meier – „in monstergrau!“. Sensationelle Kameraeinstellung: Silvia Meier kniet vor den Beinen der Frau Parthe und beantwortet durch diese die Fragen von Kreativproduzent und Reporter Jonas Juckeland.

Daniel Laudowicz (links) und Carl Schwarz mit ihren Mini-Oscars (Foto: David Sievers)
Daniel Laudowicz (links) und Carl Schwarz mit ihren Mini-Oscars (Foto: David Sievers)
Daniel Laudowicz (links) und Carl Schwarz mit ihren Mini-Oscars (Foto: David Sievers)
Daniel Laudowicz (links) und Carl Schwarz mit ihren Mini-Oscars (Foto: David Sievers)
Daniel Laudowicz (links) und Carl Schwarz mit ihren Mini-Oscars (Foto: David Sievers)

Es ist nicht der einzige skurrile und wirklich witzige Moment des Films und es fällt schwer, nicht zu viel zu verraten. Eingefangen wurden die Szenen und tollen Bilder von der Stadt von den talentierten Kameramännern Daniel Laudowicz und Carl Schwarz. Beiden überreichte Jonas nach dem Film eine Art Mini-Oscar. Auch für den Ton und die Bildgestaltung hätte der Film Oscars verdient. Insgesamt ein Werk, das keine andere Stadt in Deutschland vorweisen kann. Weder in der Qualität, noch in der Erzählweise. „Man wirft mir ja gern vor, meine Filme wären romantisierend und würden nur die schönen Seiten zeigen. Ich möchte sagen, sie sind ein Entwurf. Ein Versuch, zu zeigen, wie man gesellschaftliches Leben gestalten kann. Ich will damit zeigen, dass wir miteinander besser leben als gegeneinander“, so der 27-Jährige unter tosendem Beifall. Sein Dank gelte allen Protagonisten. „Ihr habt uns auf eine Art und Weise teilhaben lassen, wie es sie wohl kein zweites Mal gibt“, sagt Jonas, der sich wünscht, dass seine Filme gesellschaftlich etwas verändern.

Bürgermeister Tobias Meier ließ den Filmemacher nach der Premiere um 18 Uhr nicht „einfach so gehen, ich habe noch etwas mit“,kündigte er an und präsentierte zwei größere Blätter. Die gehören zur Chronik der Stadt Taucha, in der beide Filme „Kleine Stadt, großes Herz“ sowie „Unser Tauchscher“ nun ab sofort erwähnt werden. Und der Bürgermeister las die Widmung auf der Ehrenurkunde vor: „Mit viel Herz und Augenzwinkern fängt Jonas Juckeland das Leben in der Stadt und zum Stadtfest Tauchscher ein. Die im Ehrenamt produzierten und mit Crowdfunding finanzierten Filme geben Einblick in das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt Taucha. Engagiert schafft Jonas Juckeland somit ein wichtiges und dauerhaftes Zeitdokument für Taucha und seine Bewohner.“ Die Premierengäste durften sich anschließend per Unterschrift ebenfalls in die Chronik eintragen. „Vielen Dank, dass du Taucha so in den Mittelpunkt gestellt hast und mit deiner Kreativität so viele Menschen zusammengebracht hast“, so Tobias Meier abschließend. Jonas verstand die Bedeutung dieses Vorgangs erst später. In der Chronik einer Stadt aufzutauchen ist schon etwas ganz Besonderes.

Jonas Juckeland mit der Dankurkunde der Stadt Taucha, die Bürgermeister Tobias Meier ihm überreichte. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland mit der Dankurkunde der Stadt Taucha, die Bürgermeister Tobias Meier ihm überreichte. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland mit der Dankurkunde der Stadt Taucha, die Bürgermeister Tobias Meier ihm überreichte. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland mit der Dankurkunde der Stadt Taucha, die Bürgermeister Tobias Meier ihm überreichte. (Foto: David Sievers)
Jonas Juckeland mit der Dankurkunde der Stadt Taucha, die Bürgermeister Tobias Meier ihm überreichte. (Foto: David Sievers)

Was bleibt? Unter anderem die Frage, wo denn Roman Knoblauch im Film war. Er war schlicht nicht zu sehen. Und das, obwohl der Moderator und Tauchaer gemeinsam mit Jonas das Thema des zweiten Taucha-Films „ersponnen“ und auch beim Crowdfunding geholfen hat. Auf Anfrage sagt Roman Knoblauch: „Das war eine bewusste Entscheidung von mir. Viele denken, der Tauchscher besteht zu 90 Prozent aus Roman. Das Stadtfest ist aber weit mehr, es lebt vor allem vom Ehrenamt“, erklärt er. Insgesamt hätte er genug Öffentlichkeit und müsse in dem Film daher nicht auftauchen. „Ich verdiene mir am Tauchscher auch keine goldene Nase, wie manche denken, sondern bekomme eine Aufwandspauschale. Ich mach’ das wirklich gern – im Vordergrund des Filmes sollten aber die sonst nicht so sichtbaren Personen stehen“, so Roman Knoblauch weiter.


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Das nächste Mal gezeigt werden soll „Unser Tauchscher“ natürlich zum Tauchscher. „Wir finden sicher eine Lücke im Programmpunkt, zumindest ist das fest eingeplant“, so Bürgermeister Tobias Meier. Jonas Juckeland will zudem auf die Vereine zugehen und ihn im Rahmen von Vereinsfesten oder sonstigen Treffen noch einmal zeigen. Auch eine Veröffentlichung auf Youtube ist geplant, einen Termin dafür gibt es aber noch nicht.

Filmszene mit Anita Müller, die als „Frau Parthe” auf dem Tauchscher zu sehen war. (Foto: David Sievers)
Filmszene mit Anita Müller, die als „Frau Parthe” auf dem Tauchscher zu sehen war. (Foto: David Sievers)
Filmszene mit Anita Müller, die als „Frau Parthe” auf dem Tauchscher zu sehen war. (Foto: David Sievers)
Filmszene mit Anita Müller, die als „Frau Parthe” auf dem Tauchscher zu sehen war. (Foto: David Sievers)
Filmszene mit Anita Müller, die als „Frau Parthe” auf dem Tauchscher zu sehen war. (Foto: David Sievers)

Daniel Große
Daniel Große
Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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