Jugendpreise für Tauchaer und Leipziger verliehen

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Am Sonnabend fand im Tauchaer Jugendclub die 4.Jugendpreisverleihung Tauchas und Leipzigs statt. Das Event war im Vorfeld mehrfach geprobt worden und konnte technisch und musikalisch überzeugen. Im fünften Jahr sollte die Veranstaltung aus der Deckung kommen und sich selbst um mehr Bedeutung bemühen. Eine Betrachtung des Abends.

Jugendpreisverleihung Tauchas und Leipzigs

Sonnabend 18.30 Uhr im Jugendclub Taucha. Rund 50 Gäste, zumeist jugendlich, haben sich in dem komplett verdunkelten Raum eingefunden. Auch die Bürgermeisterkandidaten Antje Brumm und Tobias Meier sind dabei. Plötzlich rummst ein Bass aus den Boxen, der Beamer wirft einen Countdown auf die improvisierte Leinwand. Musik und Lichteffekte setzen ein. Schnell wird klar: Hier hat sich jemand richtig Arbeit gemacht. Jonas Juckeland, Erfinder und Regisseur der Show sowie sein 15-köpfiges Team und Jugendclubleiterin Stefanie Rothe haben mehrere Tage lang am Bühnenoutfit gefeilt, die Show mehrfach geprobt.

Nach dem Intro die nächste Überraschung: Es gibt einen Moderator – und was für einen: Tom Richter, Schüler der Oberschule Taucha, führt im Anzug und mit Krawatte durch den Abend. Gekonnt, rhetorisch perfekt und wirklich überzeugend. Er versteht es, mit den Nominierten zu sprechen, das Publikum zu unterhalten und wirft – ganz im Stil von Böhmermann oder Joko & Claas – immer mal wieder ein, dass man doch durchaus von der Show bei Facebook berichten sollte. Hashtag: #gala2105. Und weil die Show auch bei YouTube zu sehen sein soll, führt der Moderator teils auch englisch durch das Programm. „Die Moderation wurde sehr lange geprobt, ich bin froh, dass es so gut ablief“, sagt er nach der Show. Dass Tom in seinem schwarzen Anzug nahezu verschmilzt mit der dunklen Umgebung, stört nur den Kollegen von Leipzig Fernsehen. Der Lokalsender will am Montag einen Bericht zur Jugendpreisverleihung bringen.

Nicht ganz optimale Voraussetzungen für Fotografen.

Die Nominierten standen zwar bereits im Vorfeld fest, dennoch wurden sie in der Show erneut vorgestellt, teils mit eigenen Filmen, teils mit kurzen Auftritten. So wie die Akkordeongruppe der Musikschule Fröhlich, die mit einem Stück aus der „Fabelhaften Welt der Amelie“ begeisterten. Nach der Vorstellung der Nominierten in den Kategorien „Kunst- und Musikpreis“ sowie „Bestes Projekt“ folgte jeweils die Bekanntgabe der Gewinner. Dazu wurden die öffentlichen Abstimmungsergebnisse der Zielgruppe in Punkte umgerechnet. Dass die Vergabe der Punkte danach als „Live-Video“ über die Leinwand strahlte, hat die Show nicht nötig. Und es tut ihr auch nicht gut. Ein offensichtlicher Fake, der Stirnrunzeln hinterließ – auch wegen der schlechten Tonqualität der Videos.

Charmant war im Anschluss die Vergabe des Sonderpreises der Redaktion. Ein Preisträger, der noch gar nicht wusste, dass er überhaupt nominiert ist, sollte ausgezeichnet werden. „Es ist eine Person, die sich für die Jugend einsetzt und das seit Jahren. Mit besonderem Engagement kümmert er sich im soziokulturellen Zentrum die Villa Leipzig nicht nur um die Jugendlichen, sondern auch um Kunst und Kultur. Dafür soll er ausgezeichnet werden“, kündigte Tom Richter den Preisträger Fabian Williges, Mitglied des Vorstandes an. Selbiger bedankte sich herzlich und ließ nicht unerwähnt, dass der Preis allen in der Villa engagierten Personen gilt. Eine sympathische Bescheidenheit, die ankam. Wie alle anderen Preisträger bekam auch er den kreisförmigen gläsernen Preis überreicht. „Eine Weiterentwicklung unseres kreisrunden Logos, das symbolisieren soll, dass wir alle für unsere Idee begeistern wollen“, so Jonas Juckeland.

Begeisternd war auch der Auftritt der Band seven square meters. Zwischen den Programmelementen gaben die vier Musiker und zwei Sängerinnen diverse Chart-Titel zum Besten. Am Ende überzeugten sie mit einem Mashup bekannter englischer und deutscher Titel, das teils auch für Lacher sorgte.

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Insgesamt ein Abend, den man einem jugendlichen Team, das ohne Budget agiert, nicht zutraut. Technisch nahezu einwandfrei, optisch gelungen und vom Ablauf her durchdacht. Das einzige Problem an der Jugendpreisverleihung: Sie hat keine offizielle Bedeutung. Mit böser Zunge könnte man behaupten: Hier zeichnen sich Jugendliche selbst aus. Vor allem auch mit Blick auf die Nominierung eines Rapper-Duos, von dem einer selbst zum Orga-Team gehört. Was der Jugendpreis im nächsten Jahr braucht, ist eine Lobby. Ein offizielles Organ, das diesen Preis unterstützt. Ein Verein vielleicht. Oder die Stadt Taucha. Einen Schirmherren, der das Engagement der Jugendlichen würdigt und der Preisverleihung so zu mehr Gewicht verhilft. Verdient haben es die Organisatoren allemal. Und: Die Preisverleihung sollte öffentlich sein, für mehr als 50 Tauchaer erlebbar sein. Ja, dafür braucht es einen größeren Raum. Und möglicherweise auch Geld. Aber das sollte uns jugendliches Engagement Wert sein.

Die Preisträger
Kunst und Musik:
Die Akkordeongruppe der Musikschule Fröhlich, hier auf dem Foto vertreten durch Nadine Böhme und Yvonne Stemmler (v.r.)

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Bestes Projekt:
Die Biker der Mimo Trails, hier vertreten durch den 12-jährigen Nicos Baus.

Nicos Baus

Sonderpreis:
Fabian Williges vom soziokulturellen Zentrum Die Villa Leipzig.

Fabian Williges

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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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