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Stillstand beendet? Bogumilspark Taucha mit neuem Investor

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Die Brachfläche wartet auf den rettenden Kuss.

Das Kapitel Bogumilspark geht in eine neue Runde. Nachdem Immobilienentwickler Eberhard Hickethier aus der Nähe von Stuttgart im Jahr 2000 das etwa 14.800 Quadratmeter große unbebaute Gelände entlang der Leipziger Straße erwarb, trat er auf der Stelle. Weil für die Fläche ein Vorhabens- und Erschließungsplan (VEP) existiert, konnte er seine Vorstellungen von 14 Einfamilien- und einem Zweifamilienhaus sowie einem Ärztehaus (Foto unten) nicht durchsetzen. Der VEP aus den 90er Jahren sieht unter anderem die Errichtung eines fünfstöckigen Boardinghauses, also faktisch eines Apartment-Hotels vor. Hickethier betrachtete dies als nicht mehr zeitgemäß, die Stadt Taucha und das Landratsamt Nordsachsen wollten aber nicht davon abweichen. Die Folge waren Klagen gegen beide Behörden, deren Verfahren sich noch lange hingezogen hätten.

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Wie die Leipziger Volkszeitung (LVZ) nun heute berichtet, zieht sich Hickethier aus dem Vorhaben und damit auch wirtschaftlich komplett aus Taucha zurück. Das Gelände wurde an die KWP Taucha Zentrum GmbH & Co.KG verkauft. Eine Gesellschaft, die im April dieses Jahres eigens für die Entwicklung dieses Areals gegründet wurde. „Ich bin auf Herrn Hickethier mit klarer Kaufabsicht zugegangen“, sagt KWP-Projektentwickler Richard Zikeli gegenüber Taucha kompakt. Zikeli ist seit über 25 Jahren im Immobilienbereich tätig, hat mit seiner Gesellschaft in der Region und auch bundesweit Projekte angeschoben und verwirklicht.

„Mir geht es darum, solche Standorte immer einvernehmlich mit den Gemeinden zu entwickeln“, sagt der 64-Jährige. Insofern sei der KWP wichtig gewesen, erst mal Grundlagen zu schaffen. Dazu gehörte, die Klagen zurückzunehmen, um sich an einen Tisch setzen zu können. Dies sei geschehen, wie auch Bürgermeister Tobias Meier bestätigte. „Wir haben uns darum bereits mehrmals getroffen. Erste Ideen wurden bereits dem Umwelt- und technischen Ausschuss präsentiert“, so das Stadtoberhaupt. Meier habe des Gefühl, es hier mit einem Eigentümer zu tun zu haben, der sich mit der Region identifiziert und verbunden fühlt. Dennoch: Auch Richard Zikeli hält das Konzept des Boardinghauses für überholt. „Das ist nicht zeitgemäß, das brauchen weder die Stadt noch die Region. Es braucht also einen neuen Bebauungsplan“, sagt er. Für die Stadt Taucha ist der VEP eigentlich bindend, aber: „Wir haben immer gesagt, wir sind gesprächsbereit, dazu mussten aber die Klagen vom Tisch.“

Welche Lösung es für den Bogumilspark geben wird, steht also noch nicht fest. Eine Wohnbebauung wäre für den neuen Eigentümer eine Option. „Wenn die Stadt Taucha aber anderer Meinung ist, werden wir uns nicht dagegen verwehren“, erklärt Richard Zikeli.

Die laut Eberhard Hickethier vorliegenden Vorreservierungen für die Grundstücke – auch durch Tauchaer Bürger – seien entgegen der Darstellung in der LVZ aber keinesfalls ein Werbegag gewesen. Rund 90 Prozent seien demnach vorreserviert gewesen. Allerdings: Rechtlich bindend sei ein solches Vorgehen für beide Seiten nicht. Die Interessenten für die verkehrsgünstig und zentral gelegenen Grundstücke werden sich wohl nun endgültig nach anderen Lagen umsehen müssen.

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Veröffentlicht am 18. Oktober 2017 um 15:39 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 18. Oktober 2017 um 15:48 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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