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Bürgerticket: Taucha wird Modellregion für kostenlosen Nahverkehr

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Es ist eine Sensation und deutschlandweit einmalig: Taucha gehört neben Leipzig-Wiederitzsch und Leipzig-Stötteritz zur „Modellregion Bürgerticket Leipzig“. Ab Mai gibt es für Einwohner der Stadtteile bzw. der Stadt Taucha einen kostenlosen Nahverkehr im gesamten MDV-Gebiet. Finanziert wird das Ganze über eine pauschale monatliche Gebühr pro Person – egal ob diese den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) nutzt oder nicht.

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Die Pläne sind bislang streng geheim, nur wenige Menschen sind eingeweiht. Jetzt gelang es aber dem Recherchenetzwerk „Leipzig Lokal“, bestehend aus den Stadtteilblogs „Taucha kompakt“, „Wiederitzsch im Blick“ und „Stötteritzer Storys“, erste Informationen von eingeweihten Projektbeteiligten zu erlangen.

Demnach sollen alle Einwohner der Stadt Taucha sowie der Leipziger Stadtteile Wiederitzsch und Stötteritz monatlich fünf Euro für das Bürgerticket zahlen, unabhängig von einer Nutzung des ÖPNV. Start ist zum 1. Mai, die Laufzeit des Tests beträgt elf Monate. Für einen Vierpersonen-Haushalt bestehend aus Erziehungsberechtigten und zwei Kindern bedeutet das also 20 Euro monatlich oder 220 Euro insgesamt innerhalb der elf Monate. Das ist bedeutend weniger, als eine Monatskarte pro Person im gleichen Zeitraum kosten würde.

Ausgewählt wurde vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) für den Test Stötteritz als klassisches Arbeiterviertel, Wiederitzsch als Einfamilienhausviertel mit mehrheitlich zwei Personen, die zur Arbeit pendeln müssen und das wachsende Taucha als Teil Nordsachsens aber mit räumlicher Nähe zu Leipzig. Auch hier leben viele Menschen, die zur Arbeit nach Leipzig pendeln müssen. Alle drei Gebiete bilden die Modellregion Bürgerticket Leipzig.

Eindämmung des Individualverkehrs

Auf Seiten der Politik ist die Freude groß: „Die Zeit des Wartens ist vorbei, jetzt wird gehandelt“, beschreibt es Tauchas Bürgermeister Tobias Meier. Er sei froh, dass Taucha als wachsende Stadt am nördlichen Rand Leipzigs in diesen Test einbezogen wurde. „Natürlich wissen wir, dass wir hiermit für manche Haushalte, die den ÖPNV bislang noch nicht nutzen oder nicht täglich benötigen, eine Zusatzausgabe erzeugen. Letztlich fließen die Einnahmen aber direkt in den Ausbau des Nahverkehrs, um den Individualverkehr in Taucha einzudämmen. Das reduziert den Stau und verbessert die Luft“, so Meier. Innerhalb der elf Monate kämen bei rund 16.000 Einwohnern in Taucha rund 880.000 Euro zusammen. „Geld, das für barrierefreie Bushaltestellen und den Ausbau von Fußwegen sowie der Reduzierung von Parkraum zugunsten von Grünflächen genutzt wird“, reibt sich Meier die Hände.

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Automatischer Einzug

Um den Aufwand für die Haushalte so gering wie möglich zu halten, wurde behördenübergreifend agiert. Der fällige Betrag pro Kind werde bei Haushalten mit Kindern automatisch von der Überweisung des Kindergeldes abgezogen. Hierfür wurde mit der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit eine entsprechende Vereinbarung getroffen, war zu erfahren. Die übrigen Gebühren zieht die entsprechende Kommune von selbst ein. Hierzu seien Daten der Einwohnermeldeämter, Sparkassen und Banken, des Finanzamtes und des Zollamtes miteinander synchronisiert worden. Dies stelle für die Haushalte eine erhebliche Erleichterung dar, hieß es. Außerdem sei dies nötig, um den Test zum Erfolg zu führen. Letztlich brauche man sich so um nichts kümmern, das Konto werde automatisch belastet und jeder Einwohner der Modellregion könne den ÖPNV so oft nutzen, wie er möchte, war von einem Insider zu erfahren.

Zur Nutzung ist pro Nutzer ein Bürgerticket im klassischen Kreditkartenformat nötig. Dieses wird im Laufe des Aprils jedem Haushalt zugeschickt. Ein Vierpersonen-Haushalt erhält also vier Tickets.

Die Evaluierung, also Auswertung des Tests erfolgt nach den elf Monaten, spätestens also zum 1. April 2020.

Okay, es hat sicher jeder bemerkt: Das ist unserer diesjähriger Aprilscherz. Danke für’s Lesen und die Kommentare hier sowie bei Facebook.

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Veröffentlicht am 1. April 2019 um 6:33 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 1. April 2019 um 12:18 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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16 Kommentare

      • Ist das Deine Art, mit Feedback umzugehen? Traurig! Nur weil sich jemand traut, Deinen äußerst mißlungenen Scherz zu kommentieren? Dann schaff doch direkt die Kommentarfunktion ab, wenn Du es nicht erträgst, ehrliche Stimmen zu erhalten.

        Im Übrigen finde ich diese Art von journalistischem Aprilscherz auch komplett daneben, passt sehr gut die in Kategorie der vier großen Buchstaben-Presse.

        Und das hat nichts mit Spaßfreiheit zu tun… für einen Spaß bin ich immer zu haben…

        • Na sorry, wenn uns jemand „doof“ kommt, dürfen wir doch auch eben so antworten, oder? Wenn jemand meint, weder „uns noch den Scherz“ lustig zu finden, steht es ihm ja frei, woanders zu lesen. Natürlich vertrage und verlange ich Kritik, auch darum habe ich diesen Kommentar freigeschalten und darum bleibt die Kommentarfunktion auch erhalten. Wer uns aber schon im ersten Kommentar nahezu beleidigt, muss auch Gegenwind ertragen können.

          • 🤣 Beleidigt? Oha! Da sollte man also besser die verbalen Samthandschuhe anziehen, bevor man Dir einen Kommentar (aber bitteschön keine Kritik) hinterlässt.

            Dann hoffe ich doch jetzt, nicht ebenso ausfallend aufgefallen zu sein, nur weil ich Deinen Kommentar für unangebracht halte, wünsche noch einen guten Tag und allseits fromme, unaufmüpfige Leser. 🤐

          • Schade, dass Du nicht richtig gelesen hast. Kritik ist angebracht und erwünscht. Manche sind leider nur nicht mehr in der Lage, Kritik auch als solche und in anständigem Ton rüberzubringen. Den Mund verbieten will ich niemandem.

  1. Eigentlich eine sehr gute Sache, aber….
    Unser Sohn ist Student, also das Geld eh schon knapp. Er zählt einmal im Semester einen nicht unerheblichen Betrag für die Mietgliedschaft im Studentenwerk (dies ist Pflicht für alle Studenten). Darin enthalten ist auch das ÖPNV Ticket und nun soll er noch einmal zahlen.
    Hmm ich finde das ganze nicht voll durchdacht, denn er ist sicher nicht der einzige dem es so geht.
    Was soll er tun? Doppelt zahlen? Wohl kaum. Die Macher des ganzen haben wohl nicht zu Ende gedacht

  2. Wie schade.Die Idee fände ich super in Echtheit.Für arme Leute wäre das sehr gut um die öffentlichen Verkehrsmittel öfter zu benutzen um in die Stadt und so „unter die Leute“ zu kommen.

  3. Schade, daß es ein Aprilscherz ist. So könnte es gehen. Einfach super geschrieben. Ich stutzte zwar an paar Stellen aber las zu Ende und war dann echt enttäuscht. Schönen Tag und Dank an Daniel.

    • Naja, beim Thema automatische Abbuchung und Verrechnung mit dem Kindergeld oder der Zusammenlegung von Daten diverser Behörden hätten wir wohl größere Proteste zu erwarten als bei Artikel 13. ;-) Dachte eigentlich, spätestens da war es als grotesk zu erkennen. ;-)
      Danke für’s Lesen und das Lob. Viele Grüße, Daniel.

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