Was Corona so möglich macht: Weil „Feste“ per Definition etwas schwierig sind und nur mit vielen Auflagen realisiert werden können, wird das Kartoffelfest in diesem Jahr kurzerhand zum Herbstmarkt. Endlich, meint Autor Daniel Große in diesem Kommentar.

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„In diesem Jahr gibt es ein Kartoffelfest light“, kündigte der für Märkte zuständige Mitarbeiter im Rathaus Nico Graubmann gestern an. Was konkret heißt: Es gibt keine Bühne, allerdings solle dennoch mit kleinen Auftritten für Unterhaltung gesorgt werden. Möglicherweise kommt Marcus Drabon mit seinem Cello und vielleicht tritt der Spielmannszug auf. Die wichtigste Botschaft aber ist: Das Kartoffelfest wird zum Herbstmarkt. Weil „Feste“ in Zeiten von Corona und Abstandsregeln besonderen Auflagen unterliegen, Märkte aber erlaubt sind.

Hier liegt meiner Meinung nach eine besondere Chance: Die Stadtverwaltung sollte die Kartoffel Kartoffel sein lassen und generell Ende September einen „Herbstmarkt“ veranstalten. Zu Beginn des kalendarischen beziehungsweise astronomischen Herbstes – und als kleines „Erntedankfest“ ohne religiöse Ausrichtung. Ein Markt, der die Vielfalt des Herbstes zeigt. Das lockt unter Umständen – mit der entsprechenden Akquise – weitere, neue Händler. Denn wenn man ehrlich ist: Viel mit der Kartoffel hatte das Kartoffelfest nie zu tun. Zwar gab es Spiele rund um die Erdfrucht und vor einigen Jahren wurde der „kartoffelige Mittagstisch“ ins Leben gerufen. Dennoch gab’s beispielsweise auch Federweißer, Bratwurst, Pilzpfanne, Äpfel und Apfelsaft, Birnen und andere Früchte oder süße Leckereien.


Mit der neuen Bezeichnung hat Taucha die Chance, das Kartoffelfest weiterzuentwickeln. Als Markt, der den Herbst und die gemütliche Zeit einläutet. Schön dekoriert mit Kürbissen, die ohnehin attraktiver als Erdäpfel sind. Sonnenblumen, Stroh, erste bunte Blätter, Nüsse und so weiter. Händler können Pilze, Wildfleisch, Früchte, Herbst-Dekorationen, vielleicht erste wärmere Bekleidung, Hausschuhe und anderes „heimeliges“ anbieten. Möglicherweise spricht man hier auch Aussteller des Hoffestes beim Obsthof Dottermusch an. Dort sieht man jedes Jahr halb Taucha – und gefühlt jedes Jahr mehr Händler. Hier wird offenbar einiges richtig gemacht.

Der erste – und hoffentlich nicht letzte – Herbstmarkt in Taucha findet am 27. September 2020 statt. Von 11 bis 14 Uhr gibt es den kartoffeligen Mittagstisch. Der Herbstmarkt geht bis 18 Uhr und vereint auch den eigentlich für 25. September geplanten letzten Sommermarkt, der also nicht stattfindet. Die Stadt sollte nun engagiert und mit Hochdruck in die Akquise gehen. Denn eines ist klar: Die Tauchaer wollen etwas erleben in ihrer Stadt – und sie unterstützen die Händler auf jeden Fall. Wenn das Angebot stimmt.

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Veröffentlicht am 14. August 2020 um 13:08 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 14. August 2020 um 13:09 Uhr.

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