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Zwei auf einen Streich: Tauchaerin räumt Preise in der Denkmalpflege ab | Taucha kompakt

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Veröffentlicht am 26.11.2022 15:18

Zwei auf einen Streich: Tauchaerin räumt Preise in der Denkmalpflege ab

Gleich zwei Mal wurde jetzt die Tauchaerin Simone Howe geehrt. Sie erhielt auf der Messe denkmal in Leipzig sowohl eine Anerkennung beim Denkmalpflegepreis der Handwerkskammer zu Leipzig als auch die Goldmedaille der Messe für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa.

Gleich zwei Mal wurde jetzt die Tauchaerin Simone Howe geehrt. Sie erhielt auf der Messe denkmal in Leipzig sowohl eine Anerkennung beim Denkmalpflegepreis der Handwerkskammer zu Leipzig als auch die Goldmedaille der Messe für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa.

Eigentlich stammt Simone Howe aus Böblingen in Baden Württemberg. Nach Zwischenstationen unter anderem in München zog sie 2019 nach Taucha. Denn: „Ich hatte mich bereits 2014 in die Stadt Leipzig und die Region verliebt. Damals war ich für meinen Arbeitgeber auf der denkmal-Messe. Im Laufe der Jahre reifte diese Liebe immer weiter, bis ich 2019 Nägel mit Köpfen machte und nach Taucha zog und mich gleichzeitig selbstständig machte”, so Simone Howe.

Zwei auf einen Streich: Tauchaerin räumt Preise in der Denkmalpflege ab (Foto: taucha-kompakt.de)
Zwei auf einen Streich: Tauchaerin räumt Preise in der Denkmalpflege ab (Foto: taucha-kompakt.de)
Zwei auf einen Streich: Tauchaerin räumt Preise in der Denkmalpflege ab (Foto: taucha-kompakt.de)
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Zwei auf einen Streich: Tauchaerin räumt Preise in der Denkmalpflege ab (Foto: taucha-kompakt.de)

Die Kunsthandwerkerin fertigt in Taucha kunstvolle Posamenten in Handarbeit. Das sind Borten, Schnüre, Quasten und Fransen. Auch Dekorationsbedarf und textiler Schmuck stehen in ihrem Leistungsportfolio. All das fertigt sie auf zwei Webstühlen, einer davon ist ein historischer aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Kunden sind Schlösser und Museen. Überall dort, wo historischer Textilschmuck existiert und restauriert werden muss, kommt sie zum Einsatz. Aktuelle Arbeiten von ihr finden sich etwa im Schloss Oranienbaum oder im Schloss Ludwigslust. Kunden hat sie in ganz Deutschland. Ganz frisch ist eine Anfrage aus der Schweiz. Hier müssen Wandbespannungen in einer privaten Villa erneuert werden.

Die Kundenliste dürfte in Zukunft noch umfangreicher werden, denn Simone Howe hat zwei begehrte Preise abgeräumt: Am gestrigen Freitag wurde ihr im Rahmen des Denkmalpflegepreises der Handwerkskammer zu Leipzig eine Anerkennung überreicht. Gewürdigt wurden damit „die herausragenden handwerklichen Leistungen, die bei der Rekonstruktion und Erneuerung der Posamenten an einem Tête-á-Tête (einem zweisitzigen Sofa) der Löffler-Collection in Reichenschwund erbracht wurden” - so steht es auf der Anerkennungsurkunde.


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Simone Howe bei der Ehrung auf der Messe denkmal am 26. November, unter anderem mit Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe (links).

Die endgültige Adelung erhielt sie heute auf der denkmal-Messe: Die Goldmedaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa wurde ihrem Unternehmen HOWE HOME für außerordentliches unternehmerisches Engagement zur Bewahrung und Vermittlung einer seltenen Handwerkstradition überreicht. In der Begründung heißt es wörtlich:

Die Fertigung kunstvoller Posamenten, aufwendiger textiler Dekorationen und Schmuckelemente besitzt in Europa eine lange Tradition. Sie basierte auf einem über Jahrhunderte existierenden Bedarf an herrschaftlicher und repräsentativer Raumausgestaltung und Dekoration. Das hohe Maß an Spezialwissen, Fertigkeiten, wertvollen Materialien und dem für die Fertigung erforderlichen Bestand an Techniken prägte diese Unternehmen. In Deutschland sind mithin viele dieser wertvollen Traditionen und Handwerksunternehmen verloren gegangen. HOWE HOME gehört zu den wenigen, die jenes Kulturgut bewahren, es seit wenigen Jahren erfolgreich zum Gegenstand unternehmerischer Tätigkeit gemacht haben und es überdies mit viel Herzblut und Liebe weiter vermitteln. Der Handwerksbetrieb knüpft an alte Traditionslinien an, arbeitet nach historischen Vorlagen nicht zuletzt für die Wiederherstellung oder Restaurierung historischer Schlossräume und kreiert nach individuellen Wünschen Spezialanfertigungen. HOWE HOME ist auf der denkmal mit außerordentlichem Engagement und mit viel Begeisterung präsent. Eine seltene und kunstvolle textile Handwerkstradition erfährt durch das Unternehmen eine Zukunft. Letztlich wird ein immaterielles Kulturgut bewahrt und wiederbelebt, was Anerkennung und hohe Wertschätzung verdient.

Wer die Arbeit von Simone Howe sehen will, kann dies noch bis bis 26. März im Grassi-Museum: Dort findet seit 24. November die Ausstellung „BESESSEN” statt, die sich der Kunst des Polsterns widmet. Dort steht auch das zweisitzige Sofa, an dem sie diverse Posamenten restaurierte.


Daniel Große
Daniel Große
Daniel Große arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die unsere Region bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus den Rathäusern und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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