Foto: Reinhard Rädler
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Sein Leben war die Musik. Nun sind Klarinette und Saxophon des Tauchaer Vollblutmusikers Harry Künzel für immer verstummt. Am Freitag, den 3. März, verstarb “Mister Swing”, wie das Tauchaer Urgestein gern genannt wurde. Am 16. April wäre er 91 Jahre alt geworden.

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Mit seiner Frau Christa mit der er 2021 das seltene Fest der Gnadenhochzeit (70 Jahre verheiratet) feiern konnte, bezog er in der damaligen Martin-Hänchen-Straße – der heutigen Goethestraße – seine erste Wohnung. Später wohnten die Künzels in der Südstraße und seit 1994 sind sie Merkwitzer. Seine Christel, wie Harry Künzel sie liebevoll nannte, hat ihn in all den Jahren seines musikalischen Schaffens den Rücken frei gehalten.

Nach dem Besuch des musikalischen Gymnasiums in Leipzig leitete er als studierter Musikpädagoge etliche Chöre in Leipzig und Taucha – so auch den Singkreis Hohenheida – war mit Klarinette und Saxophon solistisch oder in Kapellen, wie es damals hieß, unterwegs und er war Mentor, Lehrer und Betreuer für Musikschüler und -Studenten an der Hochschule für Musik in Leipzig. Mit leuchtenden Augen erzählte er oft von der Live-Musik zu den Tanzabenden in der Tauchaer Stadthalle, dem „Schuppen“, wie die Einheimischen damals sagten.

Als Dozent an der Hochschule für Musik in Leipzig hat er viele junge Menschen für die Musik begeistert und hat mit seinem Faible für Swing und Jazz dafür gesorgt, dass dieses musikalische Genre in unserer hektischen Zeit weiterlebt. Aus jedem der Kinder von Christel und Harry Künzel ist etwas geworden. Darauf sind sie stolz. Tochter Christiane ist Augenärztin und die beiden Jungs kamen ganz nach ihrem Vater, denn Lutz und Tobias Künzel waren und sind sehr erfolgreich in der deutschen Musikszene.

Harry Künzel war auch in den Jahren seines eigentlichen Ruhestandes aus der Tauchaer Kulturszene nicht wegzudenken. Bei vielen Festen und Märkten in Taucha gehörten die Klarinette und das Saxophon von Mister Swing dazu. Als Ehrenmitglied des damaligen Kunst- und Kulturvereins begeisterte er viele Male die Gäste im ehemaligen Kultur-Café Esprit, wenn er beim „Tiger Rag“ oder bei Glenn Millers „In the Mood“ seine Fangemeinde mit meisterhaften Klängen auf der Klarinette und dem Saxophon ins Reich des Swing und des Bigband-Sounds mitnahm. Die „Kreissäge“, ein flacher Strohhut, gehörte dabei zu seinem Markenzeichen.

„Ich bin froh und dankbar, dass ich das alles machen durfte. Wenn ich nochmal auf die Welt käme – ich würde alles wieder so, denn Musik ist mein Leben“, sagte der Jubilar aus ganzen Herzen immer wieder. Die Tauchaerinnen und Tauchaer werden ihn so in guter Erinnerung behalten.

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Veröffentlicht am 7. März 2023 um 16:31 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 9. März 2023 um 17:26 Uhr.

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