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„Wir wollen das Ancient Trance in der Stadt halten“

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Der neue "Markt der Möglichkeiten" beim Ancient Trance Festival auf dem Tauchaer Markt.
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Das 10. Ancient Trance Festival ist in vollem Gange – und es spaltet wie in jedem Jahr die Tauchaer Gesellschaft. In diesem Jahr allerdings kam noch ein infrastrukturelles Problem hinzu. Veranstalter und Stadtverwaltung haben gehandelt – und gelernt, wie sie sagen.

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Eigentlich kann der Maultrommel e.V., der Veranstalter des Ancient Trance, zufrieden sein: Ihr Festival ist ein voller Erfolg. Es war zeitig ausgebucht, die Zeltplätze sind voll, vor den Bühnen wird getanzt, der Park ist voller Menschen. „Ja, die Stimmung auf den Plätzen ist sehr großartig. Ausgelassen und friedlich. Wir haben ungefähr 5000 Tagesgäste in der Stadt und auf dem gesamten Festivalgelände sieht es so aus, als wäre genug Platz für alle da“, sagt Andreas Kosmowicz vom Veranstalter.

Gleichzeitig weiß er aber auch, dass es vor allem am Donnerstag und Freitag zu Problemen kam. Größtes Manko: fehlende Parkplätze und daraus resultierendes Wildparken. „Die Campingplätze öffneten offiziell am Donnerstag um 12 Uhr. Bereits am Mittwoch waren aber schon sehr viele Gäste da. Bis Donnerstagnacht waren schon 2000 Leute auf dem Festival eingecheckt – sehr viele davon sind auch Camper. Weil sie sich nicht anders zu helfen wussten, parkten dann viele direkt im Landschaftspark an der Wurzner Straße“, so Kosmowicz.

Auch die Besucher eines alternativen Festivals reisen mit dem Automobil an und parken möglichst nah am Zeltplatz – so wie hier am Schmiedehöfchen.

Gleiches bestätigt auch Tauchas Bürgermeister Tobias Meier. „Ja, wir hatten vor allem am Donnerstag und Freitag sehr viele Fahrzeuge auf den Fußwegen, an Einfahrten und so weiter. Viele Anwohner und Gäste der Stadt fanden keinen Parkplatz. Der Grund dafür war wohl, dass allein am Donnerstag noch mal 1000 Online-Tickets verkauft worden sind. Es hat also einen regelrechten Run auf das Festival gegeben“, so das Stadtoberhaupt. Es sei dann überlegt worden, was man tun könne. Meier: „Ich bin mit dem Veranstalter und der Polizeibehörde durch die Stadt gegangen, um ein Bild der Lage zu bekommen. Am Auenweg standen Autos in zweiter Reihe und im Park. Auf der Wurzner Straße bot sich ein ähnliches Bild.“ Man habe dann mit den Fahrzeughaltern gesprochen und die Situation erklärt, teilweise auch „Knöllchen“ verteilt. Gleichzeitig sei das Feld am Winneberg/Wurzner Straße für das Parken freigegeben worden, um die Fußwege und Einfahrten wieder frei zu bekommen.

Das freigegebene Feld am Winneberg entlang der Wurzner Straße. Künftig wird es nicht mehr zur Verfügung stehen – hier entsteht ein weiteres Wohngebiet.

Auch der Veranstalter ist sich der Lage bewusst. „Wir unterstützen die Linie des Ordnungsamtes, das ist die einzige Antwort, um Probleme zu lösen. Natürlich ist das Festival erst mal eine Beeinträchtigung für alle, die hier leben. Aber eben auch eine große Chance und wir wollen dazu beitragen, dass alles in geordneten Bahnen läuft“, sagt Andreas Kosmowicz.

Konstatieren müssen Veranstalter und Stadt, dass der eigens bei Möbel Kraft eingerichtete Park & Ride Parkplatz kaum genutzt wird. „Da stehen nur ein paar Dutzend Autos. Offenbar war der Parkplatz und die kostenfreie Nutzung des Clever Shuttle nicht bekannt genug“, vermutet Tobias Meier. Im nächsten Jahr solle daraus gelernt werden, hier müsse frühzeitiger und besser kommuniziert werden.

Kommuniziert wurde in diesem Jahr nach dem Parken – mit Zetteln im Auto…
… und Zetteln hinterm Scheibenwischer vom Veranstalter. Wie hier bei einem Auto, das im Park stand.

Vereinzelten Forderungen in den sozialen Netzwerken nach einer Verlegung des Ancient Trance Festivals nach Leipzig erteilt Meier eine Absage. „Veranstalter und Stadt sind sich einig, dass das Festival nicht weiter wachsen soll. Mehr verträgt die Stadt nicht, aber wir wollen es in der Stadt behalten“, sagt er. Er habe mit sehr vielen Tauchaern auf dem Festival gesprochen, die sehr froh über solch eine Veranstaltung seien. „Einer sagte mir, etwas besseres könne Taucha gar nicht passieren“, schildert Meier. Er weiß aber auch, dass das Festival eine Belastungsprobe für manchen Tauchaer ist. „Gerade die Anwohner in erster Reihe am Auenweg sind stark betroffen“, meint er.

Er persönlich habe das Festival erneut als Familienveranstaltung erlebt. „Ich glaube, dieses Jahr sind weitaus mehr Kinder da als sonst, die Stimmung ist friedlich. Vor allem der Mix aus unterschiedlichen Sprachen ist sehr schön, hier kommt wirklich die Welt zusammen“, berichtet Meier. Musikalisch habe sich das Ancient Trance auch stark weiterentwickelt, wenngleich die Maultrommel immer im Mittelpunkt stehe. „Ich glaube, es ist einzigartig in Westeuropa, dass es ein Festival mit diesem Fokus auf dem kleinen Instrument gibt“, so der Bürgermeister. Positiv sei auch der Marktplatz als neuer Veranstaltungsort, der von allen kostenlos besucht werden könne: „Hier habe ich sehr viele Tauchaer gesehen, die einfach mal gucken wollten, das war wirklich sehr gut.“

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Wer spontan am Sonntag noch dabei sein wolle, sei gern gesehen. „Tickets für Sonntag sind noch zu haben. Für Tauchaer, die ihren Ausweis mitbringen, haben wir immer Platz“, kündigt Andreas Kosmowicz an und verrät die Höhepunkte: Um 16 Uhr ist Terje Isungset zu erleben – ein finnischer Schlagzeuger, der seine Percussions aus diversen Materialien baut. Um 17.30 Uhr kommt die „NDAGGA RHYTHM FORCE“ an die Teichbühne. Hierbei handelt es sich um eine Trommel-Kombo aus dem Senegal, die vor allem die so genannte Sabar-Drum einsetzt, eine kleine Trommel, deren Schläge bis zu 15 Kilometer weit zu hören sind. Nach 20 Uhr versetzen dann Orange aus Deutschland die Teichbühne noch in Tribal-Dance-Atmosphäre.

Am Sonntag ist wie angekündigt auch verkaufsoffen. Unter anderem seien der Bioladen in der Poststraße, Yvonnes Italienische Spezialitäten und die neue Plattenküche dabei, war vom Bürgermeister zu erfahren.

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Die Besucher des Ancient Trance Festivals sind laut Veranstalter sehr gemischt. Aus der Region, aus dem gesamten Bundesgebiet und aus aller Herren Länder reisen die Teilnehmer an. Auch aus Peru und Ecuador seien Besucher dabei. Rund 100 Mitglieder habe das erweiterte Organisations-Team des Maultrommel e.V. aus Taucha. Insgesamt rund 700 Helfer und Helferinnen würden dafür sorgen, dass das Festival ein Erfolg werde. Am Ende rechnet der Verein mit einer soliden Finanzierung, mindestens aber einem Ausgleich aus Kosten und Einnahmen.

Veröffentlicht am 10. August 2019 um 23:07 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 11. August 2019 um 11:39 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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