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Nach den Kangal-Vorfällen: Stadt Taucha will über Stand informieren (Update)

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Auf diesem Grundstück lebten die drei Kangals bislang.

Der Ausbruch von drei Herdenschutzhunden in Dewitz, bei dem Menschen verletzt, ein Hund getötet und zwei weitere schwer verletzt worden sind, ist weiter Thema im Verwaltungsausschuss der Stadt Taucha. In dieser Woche soll es eine Öffentlichkeitsmitteilung geben. Sehr viel Neues dürfte dort aber nicht drin stehen.

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Am 16. März veröffentlichte die Stadt Taucha eine Stellungnahme zu den Beißvorfällen in Dewitz (Neubauerndorf-Ost). Es waren nicht die ersten Vorfälle dieser Art, bei denen die großen Kangals ausgebrochen waren und andere Hunde oder Menschen verletzten. Seit dem 7. März hat die Thematik aber an Brisanz gewonnen, weil die Hunde regelrecht Jagd auf Menschen und Tiere gemacht haben sollen. In der Stellungnahme versuchte die Stadtverwaltung auch darzulegen, was seit Bekanntwerden der ersten Vorfälle im Januar 2018 seitens des Sachgebiets Ordnung und Soziales passiert ist. Zahlreiche Anwohner und die Geschädigten werfen der Stadtverwaltung zögerliches Handeln oder Untätigkeit vor. Nachdem Lücken und Ungereimtheiten in der öffentlichen Stellungnahme entdeckt wurden, entfernte die Stadtverwaltung die Auflistung aus dem Beitrag auf der Website. „Die Stellungnahme basierte auf Aktenlage direkt nach dem Vorfall. Wir haben uns danach mit anderen Behörden dazu verständigt“, so Bürgermeister Tobias Meier.

Seit Ende März beschäftigt sich der Verwaltungsausschuss mit der Aufarbeitung der Vorfälle. „Wir arbeiten hier mit Behörden und unserer Anwaltskanzlei zusammen“, sagt Tobias Meier, der nach wie vor um Verständnis bittet, dass öffentliche Verlautbarungen zu den Beißvorfällen nicht detailliert sein können. „Wir können hier nicht in die Tiefe gehen, wir müssen den Datenschutz der beschuldigten Halter und auch der Geschädigten beachten“, erklärt er. Was im Ausschuss passiere, sei „das Machbarste, ohne fremde Rechte zu verletzen“, so Meier, der sich mit den Geschädigten vom März getroffen und sie weitergehend informiert habe, als das öffentlich möglich sei.

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In nahezu jeder Ausschuss-Sitzung sei die Problematik der Kangals in Neubauerndorf-Ost Thema. Zusätzlich hätte es drei Verwaltungsausschuss-Sitzungen gegeben, auch der Ältestenrat hätte sich damit befasst. In dieser Woche soll es eine Öffentlichkeitsmitteilung geben. „Wir schreiben gerade daran, weil diese auch in den Juli-Stadtanzeiger finden soll“, erklärt Meier. Es sei aber keine neue Aufzählung der Vorfälle zu erwarten. „Wir müssen hier die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten wahren, alle Details können wir nicht veröffentlichen“, so Meier.

Details, die aber nicht unwichtig sind. So wurde dem Eigentümer des Grundstücks nach Informationen von Taucha kompakt untersagt, Hunde mit einer Widerristhöhe von über 50 Zentimetern zu halten. Diese Untersagung ist datiert auf den 29. März – dennoch hätten Anwohner immer wieder zum einen den jungen Kangal auf dem Grundstück gesehen, der deutlich über 50 Zentimetern groß ist. Zum anderen sei immer mal ein brauner Rhodesian Ridgeback gesehen worden, der ebenso größer ist als die erlaubten 50 Zentimeter. Beide Tiere seien länger als 24 Stunden auf dem Grundstück gewesen, berichten Anwohner und Nachbarn. „Wir nehmen diese Hinweise aus der Bürgerschaft wahr und gehen dem auch nach. Allerdings haben wir nie Feststellungen machen können oder der Grundstückseigentümer hat glaubhaft machen können, dass sich die Hunde nur zu Besuch aufhielten“, sagt der Bürgermeister.

Ob und wann die beiden als gefährlich eingestuften Kangals zurück auf das Grundstück kommen können, ist noch offen. Generell könnte das passieren, wenn die Halter eine Sachkunde nachweisen. Seit 7. März sind die Hunde im Tierheim Breitenfeld untergebracht. Ob die Familie nach all den Vorfällen überhaupt geeignet ist, solch eine Prüfung zu absolvieren, und generell solche Hunde zu halten, dürfte noch zu klären sein. Diverse Anwohner haben bereits angekündigt, im Falle einer Rückkehr der gefährlichen Hunde dagegen protestieren zu wollen.

Update, 17. Juni
Die Stadtverwaltung Taucha hat heute die Öffentlichkeitsmitteilung zum Thema veröffentlicht. Wie zu erwarten war, finden sich aus oben genannten Gründen keine Neuigkeiten – und auch keine Neuigkeiten zum Aufklärungsstand in der Verwaltung. Hier der gesamte Wortlaut der Öffentlichkeitsmitteilung von Bürgermeister Tobias Meier:

Sehr geehrte Tauchaerinnen und Tauchaer,
am Nachmittag des 07.03.2021 kam es zu Angriffen von drei freilaufenden Kangal-Hirtenhunden mit teils schwerwiegenden Folgen für Mensch und Tier. Diese Vorfälle haben uns alle tief erschüttert. Der Stadtrat, die Stadtverwaltung sowie ich persönlich möchten verhindern, dass sich ähnliche Vorfälle erneut ereignen können. Hierfür fanden in den vergangenen Wochen eine umfassende Aufarbeitung der Geschehnisse und die Bewertung der Verwaltungsabläufe statt. Zudem kam es unter anderem zu Einsichtsmöglichkeiten der Stadträtinnen und Stadträte in Verwaltungsvorgänge der Stadt Taucha, mehreren Beratungen in Ausschuss-Sitzungen sowie persönlichen Gesprächen des Bürgermeisters mit den unmittelbar betroffenen Familien der Vorfälle vom 07.03.2021.

Diese interne Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen und wird weiterhin fortgesetzt. Daneben werden durch uns die in dem rechtlichen Zuständigkeits- und Befugnisbereich der Stadt Taucha liegenden Möglichkeiten genutzt, um die Sicherheit von allen Tauchaerinnen und Tauchaern auf Dauer zu gewährleisten. Diverse Maßnahmen wurden bereits ergriffen. Zu den einzelnen Abläufen und Personen können aus Rechtsgründen, unter anderen aufgrund des Datenschutzes und sonstiger Rechte Einzelner, keine Details in der Öffentlichkeit genannt werden. Wir bitten hierfür um Verständnis.

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Veröffentlicht am 14. Juni 2021 um 20:51 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 21. Juni 2021 um 19:46 Uhr.


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