Bei einem fehlgeschlagenen Wendemanöver eines LKW-Fahrers entstand heute im Wohngebiet Alte Gärtnerei erneut großer Sachschaden. Erstmals wurde auch ein Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen. Die Anlieger fordern von der Stadtverwaltung eine bessere Ausschilderung. Potenzial dafür sei da, sagen sie.

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Gegen 10.20 Uhr war es am heutigen Mittwoch, als in die kleine Straße Alte Gärtnerei hinter LIDL ein großer LKW mit Sattelauflieger fuhr. Dies schildern Kathrin und René Schütze, denen ein Flachbau direkt vor dem Wendehammer gehört. „Der kam hier rein gefahren, wie schon manch anderer LKW. Anstatt rückwärts wieder raus zu fahren, hat er versucht, hier zu wenden“, sagt Kathrin Schütze. Das Vorhaben ging jedoch gewaltig schief. Er zerstörte die kleine Insel in der Mitte, fuhr Randsteine um und blieb letztlich stecken. Etwa eine Stunde lang habe der tschechische Fahrer, der Holz geladen hatte, immer wieder probiert, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Der geplatzte Reifen des LKW.

„Plötzlich hörten wir einen ohrenbetäubenden Knall, ich dachte erst, es sei was explodiert“, erzählt René Schütze. Als sie nach draußen gingen, sahen sie was passiert war: Ein Reifen des LKW gab unter dem Druck des hohen Randsteines nach und platzte. „Eine Nachbarin sagte, sie hat das beobachtet, da kam regelrecht eine Stichflamme“, so der Tauchaer. Durch die Wucht des Reifenplatzers seien diverse Steine weggeflogen. Zwei trafen die Scheiben der Terrassentüren des Ehepaars Schütze. Beide arbeiten aktuell im Homeoffice. „Nicht auszudenken, wenn wir das schöne Wetter genutzt und auf der Terrasse gearbeitet hätten. Das ist lebensgefährlich mittlerweile. In dieser Qualität hatten wir das noch nicht“, sagt Kathrin Schütze. Auch Kinder würden auf den freien Flächen spielen.

Diese und eine weitere Scheibe wurden durch den Reifenplatzer beschädigt.

Seit einigen Jahren fahren immer wieder LKW von der B87 über die LIDL-Zufahrt in die viel zu kleine Straße. Sie missachten dabei ein LKW-Verbotsschild, ein Schild mit der Aufschrift „keine Wendemöglichkeit für LKW“ sowie ein Sackgassenschild. Erst ziemlich weit hinten bemerken die LKW-Fahrer dann, dass sie hier nicht weiterkommen und ein Wenden faktisch unmöglich ist. Die Stadtverwaltung schaffte Abhilfe, indem die Einbahnstraßenregelung der Straße Am Sonnengrund gedreht wurde. Aus Richtung LIDL kommt man nun nicht mehr durch den Sonnengrund zur Otto-Schmidt-Straße. Seit Mai 2021 habe das System gut funktioniert, es habe auch eine Vor-Ort-Begehung mit den Anwohnern stattgefunden, sagt Helge Zacharias, Leiter des Fachbereichs Bauwesen im Rathaus. Die Situation habe sich verbessert, es sei zu keinen Zwischenfällen mehr gekommen.

Diese Schilder stehen an der Einfahrt zur Straße „Alte Gärtnerei“ – und werden regelmäßig nicht beachtet.

Seit Februar allerdings häufen sich wieder die LKW-Besuche im Wohngebiet, sagt René Schütze. Am 11. und 17. Februar sowie am 3. und 8. März und eben heute am 16. März hätten LKW versucht, durch den Sonnengrund zu fahren. „Die sind alle glücklicherweise rückwärts wieder heraus gefahren. Bis auf den Spezialisten heute“, so Schütze. Von einer Besserung könnten die Anwohner nicht sprechen, sagt er weiter. Der tschechische Fahrer gab an, sein Navigationssystem habe ihn so gelotst. „Geradeaus und dann rechts. Aber rechts ging nicht, also wollte ich da hinten wenden. War leider zu eng“, konstatiert er gegenüber Taucha kompakt. Die Verbots- und Hinweisschilder will er nicht gesehen haben.

In die Straße Am Sonnengrund darf man nicht mehr einfahren. Spätestens hier müssten LKW-Fahrer rückwärts fahren, um sich nicht am Wendehammer festzufahren.
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Auch Marco Haferburg, Chef des Tauchaer Bauhofs, und Manuel Burke, zuständig im Fachbereich Bauwesen für die Verkehrsplanung, waren vor Ort um sich die Schäden anzusehen. In Sachen Ausschilderung sei „alles getan, was man tun kann“, so Marco Haferburg. „Wer die vorhandenen Schilder nicht sieht, sieht auch ein weiteres nicht“, meinte er weiter. Ein Poller auf der Straße komme nicht in Frage, weil dann die Müllabfuhr Probleme hätte. „Im schlimmsten Fall müssten die Anwohner an den Abholtagen ihre Mülltonnen nach vorn schieben, das will ja auch niemand“, sagt Marco Haferburg.

Manuel Burke erklärte, dass der Fachbereich Ordnung und Soziales Kontakt mit dem Landesamt für Straße und Verkehr der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises aufnehme, um ein Schild bereits auf der Bundesstraße zu ermöglichen. Auch Anwohner Ulf Brandt hält das für einen guten Ansatz. „Vielleicht kann man das so gestaltet, dass es international verständlich ist. Mit einem deutschen Text kommt man da sicher nicht weit“, schätzt er. Insgesamt wünsche er sich eine Änderung, um die jetzige Situation deutlich zu verbessern.

(2 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 16. März 2022 um 16:24 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 16. März 2022 um 19:12 Uhr.

2 Kommentare

  1. Taucha und der Straßenverkehr –
    irgendwie knirscht es da an vielen Ecken …
    Eine gute Verkehrspolitik sieht anders aus und die Lage hat die Stadtverwaltung nicht im Griff.

  2. Poller rein und den Anwohnern Pollerschlüssel geben. Sicher werden die reihum für die Müllabfuhr aufmachen – und die Müllwerker stecken ihn wieder in die Straße, wenn sie geleert haben. Feuerwehr hat die Pollerschlüssel eh auf jedem Auto. Nebenvorteil: Wenn wirklich mal ein LKW zu einem der Anwohner muss kann der unkompliziert „aufmachen“.

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