Auch Feldwege müssten zur Straße ausgebaut werden, wenn die Machbarkeitsstudie entsprechendes vorschlägt.

Noch ist es eine Idee, die derzeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht wird: Eine Fahrradstraße durch einen Teil der Sommerfelder Straße bis zum Gärtnerweg. Doch bereits jetzt formiert sich Widerstand der Anwohner gegen die Idee. Politischer Gegenwind kommt auch von der PARTEI Nordsachsen.

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„Südtangente“ nennt Karsten Gutjahr die möglicherweise kommende Fahrradstraße, die derzeit einer Machbarkeitsstudie unterzogen wird. Auch sagt er, dass die Bezeichung irreführend wäre. „Vielmehr ist eine Entlastungsstraße parallel zur B87 und Ernst-Barlach-Straße geplant. Sie wird zwar als Fahrradstraße bezeichnet, aber das ist völlig abwegig. In ganz Deutschland existiert keine einzige Fahrradstraße, die nicht gleichzeitig für Autos freigegeben wurde“, so der Direktkandidat der PARTEI für Nordsachsen. Durch die Bezeichnung „Fahrradstraße“ solle seiner Meinung nach den Tauchaern die Angst vor der Einschränkung ihrer Lebensqualität genommen werden.

Helge Zacharias, Leiter des Fachbereichs Bauwesen der Stadtverwaltung Taucha sagt, er könne aktuell keine Auskünfte geben. „Wir befinden uns nach wie vor in einer Machbarkeitsstudie. Ich kann noch gar nicht sagen, was dabei rauskommt. Die Studie untersucht viele Aspekte wie Trassenführung, Gefälle, Bodenbeschaffenheit, Platzverhältnisse und Auswirkungen für Anwohner. Wenn die Studie sagt, es wäre in irgend einer Weise machbar, dann braucht es einen Stadtratsbeschluss, damit wir irgendwann mal mit der Planung beauftragt werden. Und dann wird auch wie bereits mitgeteilt die Öffentlichkeit frühzeitig einbezogen“, sagt er.

Die rote Linie markiert den möglichen Verlauf der Fahrradstraße.

Indes formiert sich bereits Widerstand der Anwohner. „Wir bereiten gerade eine Petition vor“, sagt Kathleen Schuster. Sie hat etwa 55 Unterschriften der rund 25 Haushalte gesammelt, die an der künftigen Fahrradstraße liegen würden. „Wir befürchten eine Wertminderung unserer Grundstücke und natürlich eine Einschränkung der Lebensqualität, wenn wir plötzlich eine Umgehungsstraße vor der Nase haben“, so die Tauchaerin. Auch habe sie von einer geplanten Bebauung in unmittelbarer Nähe gehört. Damit spielt sie auf den kommenden Bebauungsplan 62 an. Konkret handelt es sich hier um ein Gemeinschaftsvorhaben von der städtischen Gesellschaft der Stadt Taucha und des Deutschen Roten Kreuzes. Auf dem Flurstück 583/20 an der Ecke Sommerfelder Straße bei Reifen Brock (am Funkmast) könne sich die IBV eine Bebauung mit Lagerhallen, Großgaragen und ähnlichem sowie eventuell Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge vorstellen. Direkt daneben auf dem Flurstück 583/21 und damit angrenzend an die derzeitige Bebauung mit Einfamilienhäusern wolle das Deutsche Rote Kreuz perspektivisch eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke sowie Räumlichkeiten für die ansässige DRK-Ortsgruppe errichten, sagt IBV-Geschäftsführer Gunnar Simon.

Dass die Sorge der Anwohner berechtigt ist, wird deutlich, wenn man beispielsweise mit Stadtrat Christof Heinzerling (SPD) spricht. Er nennt den möglicherweise künftigen Verlauf der Fahrradstraße eine „Kurzumfahrung“ für den Gärtnerweg und die Ernst-Barlach-Straße. „Aber auch noch mal von mir: Das ist bislang nur eine Idee. Bevor wir Geld in die Hand nehmen, wollten wir erst mal nur eine Studie, die klärt, mit wie viel Aufwand das zu machen ist. Wo das endet und was am Ende rauskommt, muss man sehen. Es hat ja keiner ein Interesse daran, die Leute zu ärgern“, so Heinzerling. Für Stadtrat Frank Apitz (CDU) ergibt sich keine Erfordernis, wie er sagt: „Als Fahrradstraße sowieso nicht, denn die Strecke wird auch so von Fahrradfahrern genutzt und der Radverkehr ist ja nun wirklich nicht das Problem dort. Wenn überhaupt, dann wäre auch nur eine einseitige Straßenführung möglich, denn speziell im Bereich des Gärtnerwegs und in der Anbindung zur Otto-Schmidt-Straße wäre es sehr eng, sagt er. „Insgesamt sprechen wir hier von 970 Metern, die ausgebaut werden müssten. Nach ersten Schätzungen sind Aufwendungen im Millionenwert nötig. Ich sehe den Mehrwert nicht im Verhältnis zu den immensen Kosten stehen“, so Apitz.

Der Anfang der eventuell künftigen Fahrradstraße an der Sommerfelder Straße in Richtung Gärtnerweg.
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Veröffentlicht am 24. September 2021 um 13:44 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 24. September 2021 um 16:00 Uhr.

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