Taucha bekommt neuen Döner-Imbiss – Nachbarn sind verunsichert

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Der neue Döner-Imbiss befindet sich dann direkt vor dem Kino.
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Vergangene Woche erreichte Daniel Grahl, Betreiber des Kinos Taucha und den Taxibetrieb Tino Kutter eine Baugenehmigung. In dem sechsseitigen Schreiben wird den Gewerbetreibenden als unmittelbare Nachbarn mitgeteilt, dass künftig ein Imbiss-Container an der Ecke Leipziger Straße/Karl-Große-Straße errichtet werden soll. Konkret handele es sich nach Aussage von Eckhard Rexroth, Beigeordneter des Dezernats Bau und Umwelt des Landkreises Nordsachsen, um einen Döner-Schnellimbiss mit den Betriebszeiten 10 bis 22 Uhr. Auf einer Fläche von 55 Quadratmetern soll der Container auf der momentan existierenden Grünfläche vor dem Parkplatz am Kino stehen. Eingereicht hat den Bauantrag ein Unternehmer aus Leipzig.

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Bei den angrenzenden Nachbarn stößt das Vorhaben auf wenig Gegenliebe. „Wir befürchten für das Kino und das Umfeld eine insgesamt störende Wirkung“, sagt Kinobetreiber Daniel Grahl. Für ihn sei es unverständlich, warum in der „heutigen Zeit noch solche Containerlösungen genehmigt werden. Das sieht doch nicht schön aus, gerade vor unserem Kino“, sagt er. Zwar ist in der Baugenehmigung geregelt, dass auf dem Dach des Containers keine werblichen Aufbauten angebracht und der Imbiss insgesamt nicht mit Leuchtwerbung ausgestattet werden dürfe. „Das genügt unserer Meinung nach aber nicht, um eine Abwertung des Kinos und des Umfelds zu vermeiden“, sagt Grahl. Zudem geht er davon aus, dass die Reglementierungen der Werbung im Laufe der Zeit missachtet würden.

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Ein weiterer Aspekt ist für Grahl die allgemeine Sicherheit und Ordnung. „Vor einigen Jahren hatten wir immer Ärger, weil der Kiosk an der Endstelle zwielichtige Gestalten anzog. Dort kam es zu Verschmutzungen und sogar Körperverletzungen. Auch wir hatten am Kino Vandalismusschäden zu verzeichnen. Seit der Kiosk weg ist, ist damit Schluss. Und nun baut man an gleicher Stelle wieder so etwas. Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt er.

Ins gleiche Horn stößt Tino Kutter. Der Taxiunternehmer beklagt, dass „jetzt schon immer Müll auf der Straße und vor unser Tür liegt. Das wird mit so einem Imbiss sicher nicht besser“, befürchtet er. Auch er erinnert sich ungern an den ehemaligen Blumenladen an der Endstelle, der später zum Kiosk wurde: „Da gab es immer riesige Probleme mit Verschmutzungen und gewalttätigen Übergriffen. Warum wir nun erneut einen solchen Verkaufsstand vor die Tür bekommen, erschließt sich mir nicht.“

Tatsächlich spielte dieser Fakt bei der Beurteilung des Bauantrages keine Rolle. „Die untere Bauaufsichtsbehörde ist ausschließlich für öffentliches Baurecht zuständig, nicht für Gaststättenrecht und nicht für öffentliches Ordnungsrecht“, so Eckhard Rexroth, Beigeordneter des Dezernats Bau und Umwelt des Landkreises Nordsachsen. Im Fachbereich Bauwesen der Stadtverwaltung Taucha habe man zum Antrag Stellung genommen und diesen abgearbeitet, wie jeden Antrag auch. „Wir haben beurteilt, ob und wie sich der Container in die Umgebung einfügt und ob die Erschließung gesichert ist. Beide Aspekte waren unstrittig. Das Gebiet ist ein Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe. Letztlich sprach nichts gegen den Imbiss-Container. Schönheit oder bisherige Ereignisse im Umfeld spielen da keine Rolle“, erläutert Verwaltungsangestellter Georg Hoyer.

Sowohl Kutter als auch Kinobetreiber Grahl haben oder wollen nun einen Widerspruch formulieren. Ob diese Einwände überhaupt nach der bereits erfolgten Baugenehmigung erfolgversprechend sind, ist fraglich. Daniel Grahl jedenfalls befürchtet für das Kino nachhaltige Probleme. „Hier geht es auch um den Geruch. Die Frischluftzufuhr für unsere Säle erfolgt von der Seite, auf der künftig der Imbiss steht“, erklärt er. Und auch Apotheker Werner Glass ist nicht begeistert: „Uns geht es vor allem um die Parkplätze, für die wir ja Miete bezahlen. Letztlich nutzen sicher auch die Gäste des Imbiss die Flächen, die dann unseren Kunden nicht mehr zur Verfügung stehen“, argumentiert er.

Grundstückseigentümer ist nicht die Stadt Taucha, sondern eine Eigentümergemeinschaft um Ulrich Fischer, Geschäftsführer der gleichnamigen Modehäuser. Fischer war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Veröffentlicht am 7. September 2018 um 13:37 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 17. September 2018 um 20:21 Uhr.
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Seit 2001 arbeitet Daniel Große als freier Journalist. Er fühlt sich in vielen Themengebieten zu Hause. Lokales, Immobilienthemen, Ratgeber- und Verbrauchernachrichten, Medien und Netzwelt sind seine bevorzugten Gebiete. Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt.
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