Die Grundstücke auf der Straße Am Lösegraben bekommen neue Hausnummern.

Die Stadtverwaltung ordnet im Bereich Matthias-Erzberger-Straße und Am Lösegraben die Hausnummern neu. Hintergrund ist eine scheinbar wahllos erfolgte Vergabe in der Vergangenheit. Auf 25 Grundstückseigentümer kommt nun eine Änderung der Hausnummer und damit einiger Aufwand zu.

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„Ich hätte sehr gern meine alte Hausnummer behalten. Ich mag die 22. Jetzt bekommen wir die 41, die mir nicht gefällt, vom Aufwand mal ganz zu schweigen“, sagt Renate Hesse, die am Mittwochmittag mit ihrem Mann im Garten arbeitet. Während sie ein Beet pflegt, streicht ihr Mann Michael das Garagentor. „Wissen Sie, ich hab mal eine Liste gemacht – 20 Positionen müssen wir nun ändern lassen. Von Versicherungen und Personalausweis über KfZ-Zulassung bis hin zu einer neuen Hausnummer, die wir am Haus und am Briefkasten anbringen müssen“, sagt der Rentner.

Die Wege, die das Ehepaar nun hat, kann die Stadtverwaltung nicht abnehmen. Wohl aber alle Verwaltungskosten, die etwa für das Ändern von Ausweisdokumenten entstehen, kündigt Helge Zacharias, Leiter des Tauchaer Bauamtes an.

„Wir haben festgestellt, dass in der Vergangenheit offenbar ungeordnet agiert wurde. Das Durcheinander wollen wir nun beheben.“
(Helge Zacharias, Bauamt Taucha)

Konkret geht es um 25 Grundstücke in der Matthias-Erzberger-Straße sowie der Straße Am Lösegraben, die von der Erzberger abgeht. Im Zuge der Umbenennung eines Teilstücks des Gerichtsweges (der Stadtrat hatte dem am Donnerstag zugestimmt) habe sich die Stadtverwaltung die Hausnummernvergabe der Matthias-Erzberger-Straße sowie des Lösegrabens angeschaut. „Dabei haben wir festgestellt, dass hier in der Vergangenheit offenbar ungeordnet agiert wurde“, so Zacharias. So gebe es dort jeweils nebeneinander oder zumindest dicht aufeinander gefolgt die Nummern 9a, 16, 8, 5, 22, 1, 7, 11 und 10. Dieses Durcheinander wolle man nun mittels des Verwaltungsaktes beheben. Unter anderem, weil Rettungsdienste innerhalb von 12 Minuten am Einsatzort sein müssen und auch bei Ausfall von Navigationsgeräten die gewünschte Adresse schnell gefunden werden muss. Dies betrifft auch fünf Grundstücke auf der Matthias-Erzberger-Straße, die nun ebenfalls eine neue Hausnummer bekommen.

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Heute haben die Eigentümer den Bescheid der Stadtverwaltung bekommen, dass der Verwaltungsakt vollzogen wird. Im Vorfeld gab es acht Einwendungen, so Helge Zacharias. Dennoch bleibt es auch für diese Eigentümer dabei, dass sich ihre Hausnummer ändert. Einen Monat nach Bekanntgabe, also am 16. Oktober, tritt die Änderung in Kraft, teilt die Verwaltung mit.

Hier geht die Straße Am Lösegraben von der Matthias-Erzberger-Straße ab. Auf der rechten Seite befinden sich keine Gebäude. Dennoch hält die Stadtverwaltung hier schon mal gerade Hausnummern vor – um im Falle einer Bebauung vorbereitet zu sein.

Nicht verstehen kann Renate Hesse, warum auf ihrem Teil des Lösegrabens alle Grundstücke eine ungerade Hausnummer haben. „Sollte es nicht so sein, dass rechts die ungeraden und links die geraden sind?“, fragt sie. Aufklärung kommt von Helge Zacharias. Demzufolge sei Bezugspunkt für die Hausnummernvergabe der Teil der Straße Am Lösegraben, der direkt von der Matthias-Erzberger-Straße abgeht. „Hier haben wir uns auf der linken Seite für die ungeraden Nummern und auf der rechten Seite für die geraden Nummern entschieden“, sagt der Bauamtsleiter. Allerdings: auf der rechten Seite stehen gar keine Häuser, hier befindet sich eine Wiese. „Im Falle einer Bebauung dieses Streifens sind wir aber langfristig vorbereitet und haben hier bereits fiktiv Hausnummern vergeben. Ebenso wurde mit brach liegenden Grundstücken auf der linken Seite verfahren“, erklärt er.

Antrag von SPD und Die Linke auf Kostenübernahme

Der Verwaltungsakt macht auch im Stadtrat bereits die Runde. In einem gemeinsamen Schreiben an die Stadtverwaltung beantragten heute Jürgen Ullrich, Fraktionsvorsitzender von Die Linke und Christof Heinzerling, Fraktionschef der SPD, dass Grundstückseigentümern die Kosten auf Antrag und Nachweis bis zu einer Höhe von 50 Euro erstattet werden. Bei Gewerbetreibenden sollen es bis zu 200 Euro sein. Die Parteien verweisen auf einen ähnlichen Fall in der Stadt Delmenhorst. Dort wurden Anliegern ebenfalls 50 Euro als Entschädigung zugestanden. Ob der Antrag in Taucha Beachtung findet, entscheidet sich im Finanzausschuss. Generell könnte Bürgermeister Tobias Meier dies aber auch selbst entscheiden.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 16. September 2020 um 17:13 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 16. September 2020 um 17:14 Uhr.
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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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