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ADFC-Fahrradtest zeigt Lücken in Taucha – Stadtverwaltung ist am Thema dran

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Vor kurzem führte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) wieder den so genannten Fahrradklima-Test durch. Jetzt stehen die Ergebnisse fest – auch für Taucha. Laut AFDC zeigen sich Lücken beim Radverkehr in der Parthestadt und den Ortsteilen. Die Stadtverwaltung ist am Thema dran und kann bereits auf Erfolge verweisen, musste aber auch Rückschläge hinnehmen.

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Laut ADFC fühlen sich 69 Prozent der Tauchaer, die am Fahrradklima-Test teilgenommen haben, beim Radfahren gefährdet. In Taucha haben sich 160 Radfahrer und andere Interessierte am Test beteiligt, teilt der ADFC auf Anfrage mit. „Beim Fahrradboom der letzten Jahre handelt es sich um einen anhaltenden Trend, den die Pandemie im vergangenen Jahr zusätzlich verstärkt hat. Die Kommunalpolitik darf diese Entwicklung nicht verschlafen. Die Menschen wollen mehr Wege mit dem Rad zurücklegen. Doch damit sie das tun können, brauchen wir durchgehend sichere Radnetze und angstfreie Wege“, sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Diese Formulierung nutzt der ADFC generell und bundesweit in seinen Pressemitteilungen zum Test.

Konkreterer Zahlen mit Bezug auf Taucha gibt es aber auch: So wünschen sich 68 Prozent der Tauchaer mehr Engagement der Tauchaer Stadtverwaltung bei der Förderung des Radfahrens. Der Fahrradklima-Test zeige auch, dass Verbesserungen anerkannt würden. Beispielsweise werde der Winterdienst auf Tauchas Radwegen deutlich besser bewertet als im Rest von Sachsen, so der ADFC. „Überdurchschnittlich unzufrieden sind die Menschen in Taucha mit den Möglichkeiten, das Fahrrad sicher anzuschließen. Hier kann die Stadt Taucha leicht und kostengünstig für Verbesserungen sorgen“, so Krause. Zwei Drittel der Befragten in Taucha wünschen sich mehr diebstahlsichere Fahrradabstellmöglichkeiten. Diese werden auch dringend benötigt, denn 79 Prozent sehen den Fahrraddiebstahl in ihrer Stadt als großes Problem an, so der ADFC in einer Mitteilung.

Dem Verkehrskollaps in Taucha könnten die Bürger entgegenwirken, wenn mehr auf das Rad umgestiegen würde. „Verkehrsberuhigende Maßnahmen, Tempo 30-Zonen und breitere, sichere Radspuren könnten viele Probleme entschärfen. Wir wünschen uns, dass die Stadtverwaltung dazu ein Radkonzept erstellt unter Einbeziehung der Bürgerschaft“, so Rosalie Kreuijer, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Leipzig über die Situation in Taucha. Darüber hinaus gebe es in Taucha weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Rund zwei Drittel fühlen sich an Baustellen nur unzureichend geschützt und 64 Prozent fordern ein konsequenteres Vorgehen gegen Falschparker auf Radwegen. 47 Prozent wünschen sich mehr geöffnete Einbahnstraßen in die Gegenrichtung. Auch hier könne die Stadt einfach und kostengünstig Abhilfe schaffen, so der Club.

Stadtverwaltung erarbeitet Radwegekonzept

Die Stellungnahme des Fachbereichs Bauwesen im Rathaus folgte auf Anfrage prompt und sehr umfassend. Fachbereichsleiter Helge Zacharias informierte, dass im Herbst diesen Jahres das aktuelle Radwegeverkehrskonzept, einschließlich einer öffentlichen Bürgerbeteiligung, fortgeschrieben werden soll. „Hierfür wurde bereits im letzten Jahr ein Ortsteilradwegekonzept erstellt, um die Bedürfnisse der Tauchaer Ortsteile zu beleuchten. Der Stadtrat wurde in seinen Ausschusssitzungen im März über den aktuellen Stand der Radwegeprojekte unterrichtet und befürwortet das aktuelle Vorgehen der Verwaltung“, so Zacharias.

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Insbesondere die Stadt Taucha, mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen durch den Individualverkehr, freue sich über eine verstärkte Fahrradnutzung in der Stadt. Auch dieses Jahr stehe wieder ein sechsstelliges Budget für den Radwegebau bereit und Fördermittelanträge seien bereits gestellt worden. „Im vergangenen Jahr konnte die Verbindung zwischen Merkwitz und dem Leipziger Ortsteil Plaußig hergestellt werden und für dieses Jahr ist die Sanierung des gemeinsamen Geh- und Radweges entlang der Portitzer Straße geplant, auch um die Verbindung zum Bahnhof zu verbessern“, erklärt Helge Zacharias Diverse Planungen seien bereits für die Fördermittelbeantragung erstellt worden und liegen beim Fördermittelgeber zur Bearbeitung.

Fast schon paradiesische Zustände für Radfahrer bietet der Radweg entlang der Parthe in Taucha.

Radweg von Seegeritz nach Merkwitz kommt nicht

Dennoch musste die Stadt Taucha in den letzten Jahren auch Rückschläge hinnehmen. So kann der bereits im Haushalt geplante und dringend benötigte Radweg von Seegeritz nach Merkwitz aufgrund der fehlenden Bereitschaft eines Grundstückseigentümers zur Flächenverfügbarkeit nicht wie geplant errichtet werden. Des Weiteren wurden noch während der Errichtung die abschließbaren Fahrradboxen an der Straßenbahnendhaltestelle durch Vandalismus stark beschädigt, noch bevor die notwendigen Türverstärker eingebaut wurden. Oft komme es zu Planungsverzug, weil notwendige Stellungnahmen übergeordneter Behörden zu langsam und Fördermittelanträge aufgrund des knappen Budgets erst in Folgejahren beschieden werden. „Dennoch verlieren wir das Thema nicht aus dem Fokus“, unterstreicht Zacharias.

Die genannten Mängel des Fahrradklima-Tests seien der Stadt Taucha bekannt und es werde versucht, zeitnah Lösungen für die benannten Probleme umzusetzen. „Zuletzt wurden am Bahnhof ausreichend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder errichtet. Zur Diebstahlvorbeugung ist nun geplant, eine Kameraüberwachung zum Schutz der Fahrräder noch dieses Jahr zu installieren. Auch läuft seit letztem Jahr die Prüfung zur Errichtung sicherer Fahrradgaragen im Bahnhofsumfeld„, zählt der Fachbereichsleiter die kommenden Maßnahmen auf. Ein zusätzlicher Park-And-Ride-Parkplatz soll zudem in der Schillerstraße entstehen. Auch dieses Vorhaben sei mit einer Erweiterung der Fahrradstellplätze verbunden. In den letzten Jahren habe sich die Stadt Taucha intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und erste sichtbare Erfolge erzielen können. „Weitere werden folgen“, so Helge Zacharias.

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Veröffentlicht am 17. März 2021 um 11:14 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 17. März 2021 um 12:12 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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