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Mitarbeiter übernimmt Schuhhaus Goltzsch

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Für ein langjähriges Traditionsunternehmen Tauchas wird Ende des Monats eine neue Ära eingeläutet: Die Orthopädieschuhtechnik Goltzsch wird dann von einem bisherigen Mitarbeiter geleitet, Klaus Goltzsch zieht sich altersbedingt zurück.

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Das Thema Unternehmensnachfolge beschäftigt Firmeninhaber und Geschäftsführer seit Jahren gleichermaßen. Oft genug finden sich in den eigenen Reihen keine Mitarbeiter, die kompetent genug sind, diese Aufgabe zu übernehmen. Einen Unternehmensverkauf schließen die meisten Inhaber aus. Die Konsequenz lautet oft: Geschäftsaufgabe. Mit entsprechenden Folgen für Mitarbeiter, Kunden und die Region insgesamt.

Keine Sorgen um die Existenz seines Familienunternehmens muss sich Klaus Goltzsch machen. Der Orthopädieschuhmachermeister übergibt zum 1. Februar seine Geschäfte an Rico Richter. Der 40-Jährige ist seit 24 Jahren in dem Betrieb, hat seine Lehre hier beendet, war Orthopädieschuhmachergeselle und hat seit 2002 den Meistertitel. „Wir haben die Übergabe seit längerer Zeit geplant und vorbereitet. Ich bin jetzt 64, es passt sehr gut, dass ich die Verantwortung abgebe“, so Klaus Goltzsch. Auch für Rico Richter ist der Zeitpunkt passend. „Ich habe immer gesagt, wenn ich 40 bin, will ich die Nachfolge antreten. Im März werde ich 41, also muss es jetzt losgehen“, schmunzelt er.

goltzsch-unternehmensnachfolge

Sein Handwerk versteht Richter. Dass es auch unternehmerisch klappt, davon sind er und sein bisheriger Chef überzeugt. „Es gibt keinen Besseren, er ist prädestiniert dafür“, lobt Goltzsch. Organisatorische Feinheiten habe er sich frühzeitig abgeschaut und angeeignet, auch in Steuerfragen sei er fit, wurde von Klaus Goltzschs Ehefrau Cosima, die Steuerfachgehilfin ist, bestens beraten. Besonders firm sei er in der Computertechnik. „Mit der Branchensoftware kann man sich vieles erleichtern. Künftig kommen auch neue Techniken zum Einsatz, etwa 3D-Scanner oder per Computer gefräste Leisten“, sagt Rico Richter. Klar sei die Bürokratie aufwändig. Weil der Orthopädieschuhmacher zum Gesundheitshandwerk gehöre, sei die Zusammenarbeit mit Krankenkassen das A und O. „Es gibt allein 16 Preislisten mit speziellen Bezeichnungen für die Krankenkassen, dazu viele Arbeitsblätter. Wenn man überlegt, dass wir etwa 50 Prozent Produktion und 50 Prozent Verwaltung haben, kann man schon von einem enormen, mitunter unverhältnismäßigen Aufwand sprechen“, sagt Cosima Goltzsch.

Für die Kunden ändert sich nach der Übernahme nichts, denn das Hauptgeschäft in Taucha und alle Niederlassungen sowie Annahmestellen in Leipzig, Schkeuditz, Naunhof, Borna und Delitzsch behalten den bisherigen Namen. „Das ist sinnvoll, wir sind bei Ärzten und Sanitätshäusern sowie natürlich unseren Kunden bekannt“, so Richter. Auch sonst wolle er nur wenig Änderungen herbeiführen. „Die Firma ist gesund und breit aufgestellt. Wir sind Orthopädieschuhtechniker, fertigen in der Hauptsache also orthopädische Maßschuhe und Einlagen, übernehmen Schuhzurichtungen und verkaufen Furnituren sowie Bequemschuhe. Letztere werden in der Zukunft hauptsächlich Schuhe der Marke Waldläufer und Finn-Comfort sein, die unseren Kunden größtenteils schon bekannt sind“, kündigt der neue Inhaber an. Ebenso müssten sich die Mitarbeiter keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Mehr noch: Demnächst wird ein weiterer Mitarbeiter seinen Meister im Orthopädieschuhmacherhandwerk absolvieren, um das Unternehmen auch weiterhin fachlich kompetent abzusichern.

Historisches
Die Historie des Familienunternehmens Goltzsch in Taucha reicht mittlerweile knapp 95 Jahre zurück. Am 23. November 1920 meldete Arthur Goltzsch, der Großvater von Klaus Goltzsch, sein Gewerbe als Schuhmacher an. Er begann in der Küche seiner Mutter im Haus „An der Bürgerruhe“ – ein Haus, das heute gar nicht mehr existiert. Später bezog er im gleichen Haus einen Laden. 1945 baute er gegenüber eine Baracke, in der sich heute das Eiscafé am Park befindet. Nachdem Arthur 1963 starb, führte dessen Frau das Geschäft im so genannten Witwenjahr weiter. Ein Jahr später übernahm der Sohn Manfred das Gewerbe. Im Jahr 1979 kam dann dessen Sohn Klaus Goltzsch, seines Zeichens Orthopädieschuhmachermeister, in die gleichen Räumlichkeiten und hat bis 1989 dort neben dem Vater sein eigenes Gewerbe ausgeführt: Manfred war für Reparaturen zuständig, Klaus kümmerte sich um die Orthopädieschuhtechnik. Dort hatte er bereits hinlänglich Erfahrungen aus seiner bisherigen beruflichen Laufbahn einbringen können.

Nach einer kurzen Pause durch den Aufenthalt in den alten Bundesländern ging es für das Familienunternehmen Goltzsch 1991 in der Poliklinik an der Graßdorfer Straße weiter. 1998 wurden die jetzigen Räumlichkeiten an der Leipziger Straße, Ecke Windmühlenstraße bezogen, das Haus gekauft, saniert und die Geschäftsräume zu einem ansprechendem Kunden-und Mitarbeiterbereich gestaltet. Klaus Goltzsch und Frau Cosima haben in den rund 35 Jahren ihrer Selbständigkeit vielen Mitarbeitern Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen können. Dies wiederum trug dazu bei, dass das Unternehmen getreu dem Motto „Gesundheit rund um Ihre Füße“ vielen Menschen helfen konnte.

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Veröffentlicht am 26. Januar 2015 um 7:44 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 5. Juli 2021 um 16:27 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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