Foto: Kai Eisentraut

Das Ancient Trance Festival 2019 ist seit einer Woche Geschichte. Zeit für den Veranstalter und die Stadt Taucha, das Erlebte zu verarbeiten und in die Planungen für nächstes Jahr zu gehen.

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Zuerst das Positive: 5000 Menschen aus aller Herren Länder und allen Ecken Deutschlands feierten vom 8. bis 11. August ein friedliches Fest voller Musik, kultureller und kulinarischer Genüsse. 200 Festival-Tickets – also Dauerkarten – und 250 Tageskarten wurden an Tauchaer Bürger verkauft. 100 Freikarten wurden an Unterstützer aus Taucha ausgereicht. „Das sind insgesamt großartige Zahlen, über die wir uns sehr freuen. Damit verbunden ist aber auch unsere klare Ansage, dass dies die Maximalgrenze ist. Alle sind mit dieser Größe sehr zufrieden. Ein Festival auf der grünen Wiese würde wohl immer weiter wachsen, wir wollen das aber nicht“, sagt Organisator Clemens Voigt vom Tauchaer Maultrommel e.V. Auch die Stadtverwaltung Taucha geht mit dieser Aussage konform: „Ja, der Bedarf an Wachstum ist da, wir wollen aber bei maximal 5000 Besuchern bleiben“, sagt etwa Bürgermeister Tobias Meier. Und Jens Rühling, Leiter des Ordnungsamtes Taucha, fügt hinzu: „Mehr verträgt die Stadt gar nicht.“

Foto: Kai Eisentraut

Dass die Stadt bereits mit der jetzigen Größe des Festivals zu kämpfen hat, zeigte sich vor allem am Donnerstag und Freitag. Wie berichtet äußerte sich das vor allem im „Wildparken“ der Festivalgäste. Fußwege, Zufahrten und auch der Stadtpark wurden als Parkplätze genutzt. „Der Parkplatz an Möbel Kraft wurde nicht oder nur spärlich genutzt. Er war den Besuchern wohl einfach zu weit weg und der Shuttleservice mit CleverShuttle wurde unsererseits vielleicht auch nicht offensiv und zeitig genug angekündigt“, so Clemens Voigt.

Auch die Besucher eines alternativen Festivals reisen mit dem Automobil an und parken möglichst nah am Zeltplatz – so wie hier am Schmiedehöfchen.

Und auch Jens Rühling von der Stadt Taucha gibt zu: „Das Parkkonzept ist schief gegangen.“ Gemeinsam mit dem Veranstalter sei darum noch am Donnerstag gehandelt worden. „Wir haben den Hundesportplatz an der Graßdorfer Straße als Parkplatz freigegeben bekommen, dafür ein großes Danke an den Hundesportverein“, so Rühling. Außerdem wurde am Freitag entschieden, das Feld an der Wurzner Straße / Winneberg zum Parken freizugeben. „Das ging aber nur, weil der Besitzer es erlaubte, es nicht geregnet hat und das Feld noch nicht bestellt wurde“, erklärt Rühling weiter. Für nächstes Jahr sei definitiv eine andere Lösung zu überlegen. Außer der unsicheren Komponente Feld und der weiter weg gelegenen Parkfläche bei Möbel Kraft gebe es allerdings derzeit keine größere Parkfläche, um die Autos, Caravans und Wohnanhänger der Festivalgäste abzustellen. Einig sei man sich, dass an der Parkordnung gearbeitet werden müsse – und dass es einen dritten großen Parkplatz benötigt. Notfalls weiter draußen, mit funktionierendem Shuttle-Service, der rechtzeitig angekündigt wird.

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Größter Kritikpunkt der Anwohner sei laut Jens Rühling gar nicht so sehr das Parken auf den Fußwegen gewesen, sondern vor allem das Wildparken im Stadtpark. „Das haben wir mit den Haltern sehr schnell klären können, der Park wurde recht zügig geräumt“, so der Ordnungsamtsleiter. Dennoch seien an parkende Autos vor Ein- und Ausfahrten, Feuerwehraufstellflächen oder Fußwegen rund 150 Knöllchen verteilt worden. Weil viele der Fahrzeuge während der Festivallaufzeit bewegt worden, hätten diese auch jeden Tag ein Knöllchen bekommen. Abgeschleppt wurde keines der Fahrzeuge. Dies sei wirtschaftlich nicht darstellbar, so Rühling. Die Stadt müsse hier in Vorleistung gehen. „Wir können nicht 50 und mehr Autos abschleppen lassen“, sagt er.

„Super Feedback“ gab es laut Veranstalter Clemens Voigt für den Markt der Möglichkeiten. „Der Marktplatz wurde ja erstmals bespielt, offen für alle. Das Bühnenprogramm und die Stände kamen super an“, sagt er. Möglich wurde dieses Angebot auch durch eine Förderung vom Sächsischen Mitmachfonds. Nach Möglichkeit solle dies auch für die kommenden Jahre beibehalten werden. „Es gab einige Verwirrung, warum wir die Wahlplakate auf dem Markt überdeckt haben. Letztlich war das ein Schutz vor Vandalismus“, erläutert Clemens Voigt.

Einen kleinen Unfall habe es gegeben: Ein älterer Mann stolperte am Mittwoch vor dem Festival am Markt über einen nicht markierten Hering. Er habe sich am Kopf verletzt und die Brille sei kaputt gegangen. Diese werde nun ersetzt. „Wir sind mit ihm im Gespräch, alles ist gut“, so der Veranstalter.

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Generell bedanken wolle sich die Organisation-Crew bei allen Tauchaern. „Wir danken für die überwiegende Wertschätzung, die uns entgegen gebracht wurde. Danke also an alle, die das Festival geduldet oder sogar aktiv mitgestaltet oder besucht haben. Und unsere ehrliche Entschuldigung an alle, die sich einschränken mussten. Wir hoffen, dass wir uns auch weiterhin willkommen fühlen dürfen“, sagt Clemens Voigt. Wer persönlichen Gesprächsbedarf habe, könne sich jederzeit melden.

Sichtbar vom Ancient Trance Festival 2019 bleibt im Stadtpark am Großen Schöppenteich noch eine Weile die „fruchtbare Erdgöttin“. Eine aus Schlamm, Lehm und Zweigen modellierte Frau mit gespreizten Beinen. Selbige sind zwei auseinander wachsende Stämme einer Weide, die die „Landart-Crew“ des Festivals wohl dazu animierten, sie als Beine anzunehmen. Nein, frivol sei das nicht gemeint, versichert Clemens Voigt. Für 2020 sei geplant, noch mehr Landart, also Kunst im freien Raum, zu errichten. Eventuell solle es ein Landart-Symposium geben, mit Kunstobjekten, die dann auch länger Bestand haben.

Das nächste Ancient Trance Festival findet voraussichtlich vom 6. bis 9. August oder vom 13. bis 16. August 2020 statt. Der Termin werde gerade noch ausgelotet. 2021 ist dann planmäßig ein festivalfreies Jahr.

(3 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 19. August 2019 um 13:25 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 19. August 2019 um 13:25 Uhr.

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