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Wohngebiet Gartenstadt: Anwohner der Granitstraße fordern tragfähiges Verkehrskonzept

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Um das geplante Mischgebiet auf dem Gelände der ehemaligen „KIM“ gibt es weiter Wirbel. Grund ist ein laut Anwohnern fehlendes Verkehrskonzept. Jetzt haben sich die Anwohner der Granitstraße in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung und Stadträte gewandt – und befürworten die Errichtung der Durchgangsstraße zwischen „An der Mühle“ und Eilenburger Straße.

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Vorangegangen war ein recht massiver Bürgerprotest von Anwohnern der „KIM“-Siedlung, wie das Wohngebiet in Taucha-Ost im Volksmund heißt. Die Wohnhäuser entlang der Dewitzer Straße waren einst für die Beschäftigten des Kombinats für Eierproduktion errichtet worden. Von jeher ist das Wohngebiet ruhig und grün. Das könnte sich mit der Erschließung des neuen Wohngebietes Gartenstadt auf eben diesem KIM-Gelände ändern. Denn möglicherweise wird die derzeit vor den Toren der KIM endende Straße An der Mühle als zweispurige Straße weitergezogen bis zur Eilenburger Straße. Dagegen regte sich im Sommer Protest.

Nun melden sich die Anwohner der Granitstraße zu Wort. Zuerst erhob Anwohner Michael Hamann in der vergangenen Stadtratssitzung das Wort, nun folgte ein offener Brief. In dem Schreiben an die Stadträte und Bürgermeister Tobias Meier untermauern sie die Notwendigkeit eines tragfähigen Verkehrskonzeptes. Außerdem bringen die 176 Anwohner „bei allem Verständnis für die Anwohner der KIM-Siedlung“ deutlich zum Ausdruck, „dass wir für die Errichtung der geplanten Durchgangsstraße sind“, ist in dem Brief zu lesen.

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Als Begründung führen die Unterzeichner an, dass bereits jetzt ein Großteil des Quell- und Zielverkehrs zwischen B87/Eilenburger Straße und den Ortsteilen Dewitz und Sehlis sowie Ortschaften östlich von Taucha über die Granitstraße stattfinde. Die einspurige Anliegerstraße ohne ausgebaute Fußwege sei für diesen gegenspurigen Verkehr nicht ausgelegt. Mit Schaffung des neuen Kindergartens, des Supermarktes und der Wohnsiedlung würde eine deutliche Zunahme des Verkehrs durch die Granitstraße einhergehen, befürchten die Anwohner. „Ein geordneter und anwohnerverträglicher Verkehr kann nur durch die Errichtung weiterer Durchgangsstraßen zwischen der Eilenburger Straße und der Dewitzer Straße erfolgen“, heißt es weiter.

Die Granitstraße führt auf die Eilenburger Straße und ist eine beliebte Abkürzung, um auf die B87 zu gelangen.

Außerdem wird auf frühere Zusagen verwiesen:

„Wir möchten Sie hiermit auffordern, für das Gesamtgebiet zwischen der Straße Am Dingstuhl und der Steinbruchsiedlung ein tragfähiges Verkehrskonzept zu entwickeln, was die Interessen aller Anwohner der Region berücksichtigt. Wir möchten auch darauf hinweisen, dass in der Vergangenheit von der Stadtverwaltung Taucha Zusagen getroffen wurden, ein Gesamtverkehrskonzept im Zusammenhang mit der Planung und Errichtung des neuen Siedlungsgebietes „Gartenstadt“ erarbeiten und umsetzen zu wollen. Laut früheren Aussagen von Mitarbeitern des Rathauses war ein Straßenverlauf zwischen den Wohnhäusern der KIM-Siedlung und dem Gebäude Wyn-Passagen vorgesehen. Auch diese Variante sollte bei der Entwicklung des Verkehrskonzeptes nochmals geprüft werden.“

Ohne die Schaffung eines tragfähigen Gesamtverkehrskonzeptes könne die Realisierung des Bebauungsplan Nr. 55 (Gartenstadt) nicht umgesetzt werden, schreiben die Anwohner und sichern einen konstruktiven Austausch zu.

„Wir können die Bedenken durchaus nachvollziehen und suchen weiter nach der bestmöglichen Lösung für die Allgemeinheit.“ Bürgermeister Tobias Meier

Im Rathaus verhallen die Sorgen nicht ungehört. „Wir können die Bedenken durchaus nachvollziehen und suchen weiter nach der bestmöglichen Lösung für die Allgemeinheit“, sagt Bürgermeister Tobias Meier. Problematisch sei, dass es hier faktisch um die Verlegung einer Kreisstraße geht. Die angesprochene Variante der neuen Straße zwischen den Wohnhäusern und den Wyn-Passagen habe man in der Vergangenheit dem Landkreis Nordsachsen vorgeschlagen. Dieser war generell einverstanden, habe aber keine Finanzierung zugesagt. Vielmehr solle Taucha die Straße selbst bauen, was aufgrund fehlender Förderungen aber nicht machbar sei, so Meier. „Was wir aber jetzt machen: Wir haben Verkehrsplaner engagiert, die sich die gesamte Verkehrssituation und mögliche Varianten vom Dingstuhl bis zur Granitstraße ansehen. Diese Erkenntnisse wollen wir abwarten“, sagt er. Außerdem sei ein Termin mit Bau-Dezernent Dr. Eckhard Rexroth anberaumt.
Generelles Ziel der Stadt sei es, einen durchgezogenen Verkehr von der Wurzner Straße bis zur B87 am Pönitzer Dreieck zu haben, um den Osten der Stadt und die Altstadt zu entlasten. „Perspektivisch auch in Verbindung zur neuen B87, wie auch immer die aussehen wird“, so Tobias Meier, der anmerkt, dass sich im Rathaus bereits länger Gedanken über die Wohngebiete hinaus gemacht werden. „Taucha und das Umland wachsen weiter, die Betroffenheiten der Anwohner sind nachvollzieh- und erkennbar. Wir hoffen, hier eine für alle einvernehmliche Lösung zu finden“, sagt der Bürgermeister.

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Veröffentlicht am 30. September 2019 um 12:41 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 30. September 2019 um 20:03 Uhr.


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Daniel Große ist Herausgeber von Taucha kompakt. Er arbeitet seit 2001 als freier Journalist und berichtet hier zu allen Themen, die Taucha bewegen. Infrastruktur, Blaulicht-Meldungen, Veranstaltungen, Neues aus dem Rathaus und vieles mehr veröffentlicht er hier. Schnell, kompakt und verständlich.
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