Foto: HDS Stadtmobiliar GmbH

Wer für den Arbeits-, Uni- oder Schulweg auf die Kombination von Fahrrad und Straßenbahn setzt, kennt das Problem: Oftmals werden Fahrräder an der Endstelle der Linie 3 geklaut oder beschädigt. Nun werden dort abschließbare Fahrradboxen installiert.

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Seit Montag wird hinter dem Fahrradunterstand an der Endstelle der Straßenbahn in Taucha gebaut. Die vorhandene Pflasterfläche wurde um einen Meter nach hinten erweitert, um Platz zu schaffen für sechs Fahrradboxen vom Typ Ü6010. Eine dieser Boxen des Anbieters HDS Stadtmobiliar ist 80 Zentimeter breit, 1,25 Meter hoch und etwas über zwei Meter lang. Maximal zwei Fahrräder passen in solch eine Box. Beschichtet sind sie in der Farbe „tannengrün“. In dieser Woche sollen die Vorbereitungen abgeschlossen sein, nächste Woche werden die Boxen geliefert und vom Tauchaer Unternehmen Mannsfeldt Montageservice aufgebaut.

Die Finanzierung der Kosten von rund 8000 Euro wurde zum Großteil durch das Jugendparlament sichergestellt. Dieses hat beim Sächsischen Mitmachfond 5000 Euro eingeworben. Dazu kommen noch mal 1700 Euro direkt aus der Kasse des Jugendparlaments. Die Tiefbaukosten von rund 1300 Euro übernimmt die Stadtverwaltung.

Auf diese Stelle werden die Fahrradboxen montiert. Das Pflaster wird hier noch erweitert.

„Funktionieren wird das System über ein Kassierschloss, in das Geld eingelegt wird. Dann öffnet die Tür und ein Schlüssel oder ein Chip wird freigegeben. Danach stellt man das Fahrrad ein und verschließt die Box. Ob es ein Schlüssel oder ein Chip ist und ob die Unterstellung 50 Cent oder 1 Euro kostet, sehen wir nach der Lieferung“, sagt Tom Richter vom Jugendparlament.

Die geringen Einnahmen sollen helfen, die Unterhaltung wie Reinigung und Kontrolle der Fahrradboxen zu sichern. Bewirtschaftet werden die Boxen künftig von Jens Lipp, dem Betreiber des Fahrradladens in der Südstraße. „Das Engagement des Jugendparlamentes finde ich gut und ich helfe da gern mit“, sagt er.

Wenn die Boxen aufgestellt und nutzbar sind, soll zuerst getestet werden, wie viele Spontannutzer es gibt. „Wenn sich das System bewährt, gibt es auch die Möglichkeit, eine Box dauerhaft zu nutzen, etwa monatlich oder für ein ganzes Jahr“, erklärt Tom Richter. Die Kassierschlösser der Boxen ließen sich leicht durch normale Schlösser tauschen, so dass die Nutzer dann eine persönliche Unterstellmöglichkeit für ihr Fahrrad auf Dauer haben. Wenn das Ganze gut ankommt, habe die Verwaltung schon signalisiert, den Weg für weitere Boxen freizumachen. Tom Richter hofft auf eine große Akzeptanz und vor allem darauf, dass die Boxen nicht Ziel von Vandalen werden.

Wie kürzlich berichtet, ist ein weiterer Schwerpunkt des Diebstahls von Fahrrädern am Tauchaer Bahnhof. Hier hatte der Stadtrat nach einem Antrag der Unabhängigen Wähler im September beschlossen, dass eine Videoüberwachung installiert werden soll. Die SPD Taucha hatte zusätzlich beantragt, dass die Stadtverwaltung prüfen möge, inwieweit an dieser Stelle ein großer Fahrradraum mit integrierter Videoüberwachung und Zugang per App realisierbar wäre. Eine Videoüberwachung an der Endstelle sei schwieriger als am Bahnhof. Im Zuge der geplanten Umbaumaßnahmen des Bereichs Portitzer Straße / B87 wolle man aber sehen, ob bauliche Maßnahmen möglich seien, um auch eine Videoüberwachung zu installieren.

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(1 mal heute gelesen)
Veröffentlicht am 7. Oktober 2020 um 10:38 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 7. Oktober 2020 um 10:38 Uhr.

1 Kommentar

  1. Radfahrer sind schon arm dran ohne Boxen und was ist mit Rollstuhlfahrer wann können die an der Endstelle der 3 ein und aussteigen

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