Nach 13 Jahren im Parthebad geht Ronald Hanns in den Ruhestand. Seit 2008 hat er als Badleiter die Geschicke des Familienbades in den Händen gehabt. Dennoch sagt er: „Alles, was wir hier gemacht haben, haben wir gemeinsam gemacht.“ Seine Nachfolge sieht er in besten Händen – schließlich hat er sie selbst ausgebildet.

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Ronald Hanns streift durch das winterliche Parthebad. Das Wasser in den Becken ist grün. Normal, wenn es nicht umgewälzt und aufbereitet wird. „Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mit Maria Schindler das Bad hier im Jahr 2008 übernommen habe. Die erste Füllung hat uns Zeit und Nerven gekostet. Wir konnten machen, was wir wollen, das Wasser war immer braun“, berichtet er. Es stellte sich heraus, dass das eingeleitete Brunnenwasser 21 Milligramm Eisen und zwei Milligramm Mangan enthielt, erklärt Hanns weiter. „Das waren Werte jenseits von gut und böse, das konnte nichts werden“, sagt er. Heute werde das Brunnenwasser daher nur noch zum Beregnen genutzt.

„Maria und ich haben immer Ideen ausgetüftelt, um zum Einen das Bad für die Besucher attraktiver zu machen und gleichzeitig den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern“, sagt der 61-Jährige weiter. So wurden Wasseranschlussdosen auf den Liegewiesen verlegt, damit man dort ganz leicht einen Schlauch anschließen und in heißen Sommern punktuell den Rasen bewässern konnte. „Auch haben wir am Kassenhäuschen eine Markise angebracht, damit die Mitarbeiter und Aushilfen hier Schatten finden können“, zählt er auf. Ebenso wurden Umkleiden und Schränke für das Personal eingerichtet. „Heutzutage muss man sehen, dass man den Mitarbeitern ein gutes Umfeld bietet, damit sie nicht abwandern“, weiß Hanns. Und auch aus seiner Zeit als Rettungsschwimmer kennt er noch die Bedingungen, unter denen er arbeiten musste. „Das wollte ich ändern, weil es ja immer etwas besser geht“, sagt er.

Ronald Hanns hat Elektriker gelernt, später Elektroingenieur studiert. Zu DDR-Zeiten war er auch für die technische Überwachung von Schwimmbädern in Kinderferienlagern in Thüringen zuständig, kam auf diese Weise mit dem Thema Badebetrieb in Kontakt. „Das Thema faszinierte mich und so wechselte ich später von der Elektrik zum Wasser“, so Hanns. In der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) Leipzig absolvierte er die Ausbildung zum Schwimmeister. Nach der Wende machte er dann in der Sachsentherme den Meister für Bäderbetriebe und arbeitete dort als Schwimmmeister. Im Jahr 2004 war es dann, dass Maria Schindler in der Sachsentherme mit zarten 16 Jahren ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe antrat. „Seitdem war sie an meiner Seite, 2008 wechselten wir dann beide hier ins Parthebad“, sagt er. Für Hanns war es sogar eine Rückkehr an eine ehemalige Wirkungsstätte, denn bereits im alten Tauchaer Stadtbad war er im Jahr 1983 als Rettungsschwimmer tätig, ein Jahr später dann sogar Schwimmmeister.

Übergabe des Rettungsrings: Ronald Hanns weiß das Parthebad bei Maria Schinder in besten Händen. Foto: WOTa

Im Laufe der Jahre habe das eingespielte Duo aus dem Parthebad „etwas gemacht, wo man sagen konnte, wir können damit leben“, drückt Hanns die stetigen kleinen Verbesserungen und Verschönerungen aus. Maria Schindler habe sich so einiges von ihm abgeguckt. „Ich hatte noch nie Angst vor großen Maschinen, kann mit Bohrmaschine und Presslufthammer umgehen. Das technische Verständnis braucht man, um hier alles in Schuss zu halten“, sagt die 33-Jährige, die als zweifache Mutter gleichzeitig aber auch das nötige Einfühlungsvermögen für die Kinder in ihren Schwimmkursen besitzt.

Die angebotenen Kurse wurden im Parthebad von Anfang an stets sehr gut angenommen. „Für ein Freibad ist so etwas wie Aquafitness eigentlich ungewöhnlich, wir haben die Idee aus der Sachsentherme mitgebracht und stießen damit auf reges Interesse bei den Besuchern“, sagen beide. Wäre aktuell nicht wegen Corona alles anders, wären die Kurse bereits vor Öffnung des Bades wieder ausgebucht, meint Maria Schindler. Die Kurse hätten sie immer sehr genossen. „Wenn man Abends mit den Besuchern noch mal über die Wasserkante hinweg quatschen konnte, das war schon toll. In diesen Momenten war man nicht mehr nur Aufsicht und Kontrollperson, sondern vor allem Mensch“, sagt Maria. Und Ronald Hanns wird beinahe wehmütig: „Ja, der gute Kontakt zu den Badegästen, der wird mir echt fehlen!“

Allerdings sagt er auch: „Ich kann mich jetzt hier wirklich guten Gewissens verkrümeln, Maria wird das ebenso gut machen.“ Und außerdem habe er, weil er gesundheitlich bedingt bereits in der Saison 2020 nur marginal anwesend war, den langsamen Ausstieg aus dem Berufsleben bereits geschafft. „Ich habe einen großen Garten mit vielen Bäumen, eine Modelleisenbahn, bin gern mit meinem Fahrrad unterwegs und habe eine liebe Familie, die mich braucht. Ich liebe gutes Essen und schlafe gern aus, Hektik hatte ich genug“, lächelt er. Komplett dem Parthebad entsagen will er aber nicht. „Ich komme als Besucher wieder, denn das Bad ist ja traumhaft. Ich bin schon ganz gespannt darauf, das Parthebad als einfacher Besucher zu erleben“, sagt er und fügt hinzu: „Mein Dank geht an das gesamte Team des Parthebads und der Verwaltung der IBV für die langjährige Zusammenarbeit und natürlich auch an die Badegäste für das stets respektvolle Miteinander.“

Wann die Saison in diesem Jahr startet, kann aktuell noch niemand sagen. „Wir bereiten das Bad jetzt ganz langsam vor, so wie jedes Jahr und können nur abwarten, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt und was die Behörden anweisen“, sagt Maria Schindler. Unterdessen sucht das Parthebad aktuell Personal: Für Kasse und Service werden Mitarbeiter benötigt, außerdem ist die Stelle eines Rettungsschwimmers beziehungsweise einer Rettungsschwimmerin zu besetzen. Und auch eine Ausbildungsstelle zum oder zur Fachangestellten für Bäderbetriebe wird angeboten. Informationen dazu gibt es auf der Website des Parthebads.

Das Parthebad im Winter. Foto: WOTa
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Veröffentlicht am 3. März 2021 um 13:20 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 3. März 2021 um 13:20 Uhr.

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