Die Stadtratssitzung am Donnerstag brachte im regulären Teil der Abstimmungen keine Überraschungen. Jedoch war die Bürgerfragestunde diesmal insofern interessant, als das dort Fragen gestellt wurden, die sich um den Straßenverkehr in Taucha drehten.

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So wollte etwa ein Anwohner aus der Matthias-Erzberger-Straße wissen, wie die Verkehrsführung nach Fertigstellung und Verkehrsfreigabe des Trogbaus der Deutschen Bahn aussieht. Er wäre mit der derzeitigen Einbahnstraßenregelung durchaus zufrieden und würde sich wünschen, dass dies so bleibt.

Helge Zacharias vom Sachgebiet Verkehrsplanung im Bauamt hatte aber keine guten Nachrichten für den Bürger: „Das Thema beschäftigte uns in den Planungswerkstätten Verkehr kommunal, aber auch in den Ausschüssen. Wir hatten drei Varianten entwickelt. Die erste war, alles so zu lassen, wie es ist. Die zweite Idee war ein einseitiger Verkehr mit Radweg auf der Fahrbahn. Und die dritte Variante war eine Öffnung der Straße in beide Richtungen, so wie vor der Baumaßnahme der Bahn“, zählte er auf. Letztlich hätten sich die Stadträte in den Ausschüssen entschieden, die Straße wieder in beide Fahrtrichtungen zu öffnen. Dass dies nicht jedem gefällt, darüber ist sich die Stadtverwaltung durchaus bewusst. „Jede der Varianten hat das Potenzial, dass Bürger eingeschränkt werden“, sagt Tauchas Bürgermeister Tobias Meier. Die Herstellung des ursprünglichen Zustands sei aber die beste Lösung.

Und noch ein Fakt dürfte den Anwohnern nicht gefallen: Künftig sollen die Parkplätze am Straßenrand wegfallen. „Das ist eine verkehrsrechtliche Anordnung der Polizei. Bei beidseitigem Verkehr von PKW, Bus und LKW sind keine Parkplätze am Straßenrand erlaubt“, so Helge Zacharias. Bürgermeister Tobias Meier ergänzte, dass es vorher immer wieder zu abgefahrenen Spiegeln und Bordsteinen oder Problemen beim Begegnungsverkehr zwischen PKW und LKW oder LKW und Bus gekommen sei. Auf die Frage, wo die Anwohner künftig parken sollten, erklärte Meier, dass zu jedem der neu entstandenen Einfamilienhäuser ein Stellplatz gebaut wurde. Weitere Stellflächen müssten sich im Umkreis gesucht werden, so wie an anderen Standorten auch.

Sowohl Zacharias als auch Meier betonten, dass die Regelung vorerst so lange gelte, bis es ein Verkehrskonzept für den gesamten Bereich von Matthias-Erzberger-Straße bis zur Friedrich-Ebert-Wiese gibt. Im Zuge der Errichtung des Schulcampus sowie möglicher neuer Rand-Wohnbebauung oder nicht störendem Gewerbe entlang der Friedrich-Ebert-Straße müsse das Gebiet verkehrlich neu strukturiert werden. Sowohl im fließenden als auch im ruhenden Verkehr. Heißt: Es sei durchaus denkbar, dass künftig ein Parkhaus oder eine Tiefgarage errichtet wird, um den ruhenden Verkehr aufzunehmen.

Bis es soweit ist, geht aber noch etwas Zeit ins Land: Die neue Grundschule soll frühestens zum Schuljahresstart 2022 öffnen, realistischer ist aber wohl 2023. Und erst danach werden die Randbereiche des Baugebietes in einem zweiten Bebauungsplanverfahren angefasst.

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Veröffentlicht am 11. Oktober 2019 um 20:30 Uhr.
Letzte Bearbeitung: 11. Oktober 2019 um 20:31 Uhr.

5 Kommentare

  1. Ich finde es gut wie offen und transparent die Stadt hier die 3 verschiedenen Verkehrskonzepte für diese Straße zur Diskussion gestellt hat und damit die „beste“ Lösung – von der aktuellen Einbahnstraßen-Lösung mal abgesehen – ausgewählt und beschlossen hat. Das entfernen der parkenden Autos die den fließenden Verkehr nur einschränken und auch das fahren mit 50km/h+ nur behindern ist ebenfalls eine Glanzleistung die Ihresgleichen sucht; zumal ja genügend Parkplätze im umliegenden Bereich frei sind wenn man nur lange genug sucht und vielleicht etwas Glück hat. Wichtig ist hierbei nicht nach 17 Uhr zu suchen. Da haben die anderen Anwohner schon alles zu geparkt. Da fragt man sich manchmal wirklich was in diesen Köpfen vorgeht?!

  2. Da hat sich die Stadt Taucha ja richtig ins Zeug gelegt um eine innovative und der Wohnsituation angemessene Lösung zu finden. Einfach die alte Variante nehmen wäre auch wirklich dumm.

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